30 10 Mithilfe des Translators von Matzenauer können eingehende Telegramme automatisch weitergeleitet werden. nische Uhren mal voraus oder hintennach gehen, hat in früheren Zeiten vergleichsweise wenig gestört. Jetzt aber, da weit entfernte Orte durch den Telegrafendraht unmittelbar miteinander verbunden sind, ist es unverzichtbar, dass die Uhrzeiten des Abschickens einer Depesche und ihres Ankommens andernorts einander entsprechen. Um Unregelmäßigkeiten vorzubeugen, werden deshalb die im Leitungsnetz hängenden Telegrafenämter eines jeden Staates an der mittleren Zeit ihrer Zentralstation in der Hauptstadt synchronisiert. 14 In räumlicher Hinsicht wird das Gebiet des Deutsch-Österreichischen Telegraphenvereins in einheitliche Tarifzonen gegliedert. Konzentrisch angeordnet, reicht die erste bis 10 Meilen(rund 75 Kilometer) um den Aufgabeort, die zweite bis 25, die dritte bis 45, die vierte bis 70, die fünfte bis 100, die sechste bis 135 und die siebente bis 175. Eine einfache Depesche kostet in der ersten Zone einen Gulden, in der zweiten zwei, in der dritten drei usw.; eine doppelte mit bis zu 50 Worten kostet jeweils das Doppelte, ein dreifaches mit bis zu 100 das Dreifache. Die Verdoppelung des Tarifs bei Beförderung nachts bleibt zunächst noch bestehen, wird aber 1852 abgeschafft. 15 Indessen erfährt der Morseapparat eine technische Weiterentwicklung. Anfangs wird der Papierstreifen, auf dem die Aufzeichnung der eingehenden Nachricht erfolgt, mit einem Gewichtsantrieb fortbewegt. Ein bis zu 15 Kilo schweres Gewicht wird von der Schwerkraft nach unten gezogen und treibt so den Mechanismus an. Später kommen statt des Gewichts auf-
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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