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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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57 21 …errichtet ein lokales Telegrafennetz im Wiener Stadtgebiet. Erfolg bestandene Prüfung in den Bereichen Schön-, Schnell- und Recht­schreiben sowie Apparatedienst und Dienstvorschriften vorweisen können. Der Kreis an Bewerberinnen wird eingeschränkt auf unverheiratete junge Frauen und kinderlose Witwen. Ehefrauen kommen grundsätzlich nicht in Betracht, weil das herrschende bürgerliche Gesellschaftsmodell von ihnen ungeteiltes Engagement für Haushaltsführung und Kindererziehung erwartet, sodass gar keine Zeit für Erwerbstätigkeit bleibe. Darüber hinaus bedeutet die Einschränkung auf Unverheiratete und Verwitwete schlicht und einfach, kein existenzsicherndes Salär zahlen zu müssen, da man davon ausgeht, dass Erstere noch bei ihren Eltern leben und Letztere eine Witwenpension beziehen. Die monatliche Entlohnung einer Telegrafistin des Staatstelegrafen be­trägt zu Beginn bei sechs- bis siebenstündigen Arbeitstagen 20 Gulden im