81 32 Die„weißen Sklavinnen“ der Telefonzentralen. Bei einem eingehenden Anruf fragt sie nach der gewünschten Verbindung und stellt dann durch Stecken einer Kabelschnur in die entsprechende Buchse eines Umschaltschranks oder-tischs die Verbindung her. Die Arbeit gilt als anspruchslos, erweist sich jedoch als belastend. Manche Frauen klagen, dass das Kopftelefon, das auf Brust und Kopf sitze, auf Ohr und Schläfe drücke und Übelkeit und Kopfschmerzen verursache; sogar Bewusstlosigkeit sei mehrfach vorgekommen. Beklagt werden auch Irritationen des Gehörs durch den Lautsprecher in der Hörmuschel sowie der Augen durch das gleißende Sonnenlicht, da in einem glasgedeckten Saal ohne Abschattung gearbeitet wird. Hektik, Lärm und schlechte Luft tun ein Übriges. Die Arbeit strapaziert auch die Nerven, weil sich die Telefonistinnen von Teilnehmern so manche Unfreundlichkeit anhören und trotzdem immer freundlich bleiben müssen. Belastend ist zudem, unentwegt unter Beobachtung von„aufsichtsführenden Beamten“ zu stehen, die, oft ehemalige Soldaten, nicht selten mit militärischer Strenge agieren. Spezielle Kontrolltische erlauben ihnen, sich in jeden Arbeitsplatz einzuschalten, um zu hören, ob von den Frauen„Privatgespräche“ geführt werden. 21
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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