Dokument 
Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen

83 33 Klopfer für Hörempfang von Morsezeichen. hör aufgenommen werden, verkürzt sich die Dauer der Aufnahme deutlich. Ein Klopfer kommt im Betrieb zudem deutlich billiger als ein Morseschrei­ber, weil er kein Laufwerk benötigt und auch keinen Papierstreifen und keine Tinte. Und das Argument, mit dem Wegfallen des Papierstreifens entfalle auch die Möglichkeit, bei Beschwerden einen Beleg der erbrachten Arbeits­leistung vorlegen zu können, wird mit dem zynischen Argument vom Tisch gewischt, dass Verstümmelungen beim Klopferdienst kaum vorkämen, da die Bediensteten deutlich konzentrierter arbeiten müssten. Allerdings ist es überaus anstrengend, in einem Saal, in dem zahlreiche Klopfer gleichzeitig lärmen, pro Minute rund 150 Morsezeichen zu erkennen und zu notieren; ein versäumtes Zeichen ist unwiederbringlich weg. Um­schulungen auf den Klopfer sind entsprechend unbeliebt, auch, weil es für diesen Dienst keine Prämien gibt, weshalb er, wie die Zeitschrift Die Postan­staltsbeamtin beklagt, hauptsächlich von Frauen geleistet werden müsse. 25 Die Telegrafie ist mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil der staatli­chen Infrastruktur. Nach der Jahrhundertwende betreibt der Staatstelegraf