93 37 Der Kohärer registriert eintreffende Funkwellen mittels Metallspänen. deutsche Reichspatente zur Funktechnik zurückgreifen, die ihre Mutterfirmen halten und ist deshalb rasch in der Lage, Sender herzustellen, wie sie Marconi anbietet. 9 Der verwendete Sendertyp wird seines knackenden Betriebsgeräusches wegen„Knallfunkensender“ genannt. Er erzeugt pro Sekunde nur rund 30 Funkenentladungen, welche anfangs mittels eines„Kohärers“ empfangen werden. Ein solcher Empfänger besteht im Wesentlichen aus einem Glasröhrchen, gefüllt mit Metallspänen, die ungeordnet liegen und deshalb keine leitfähige Verbindung zueinander aufweisen. Durch die auftreffenden elektromagnetischen Wellen werden sie jedoch ausgerichtet und es schließt sich ein Stromkreis. Mittels Morseschreiber können die eingehenden Impulse auf einem Papierstreifen aufgezeichnet werden. Diese Art des Empfangs erweist sich aber als recht anfällig für atmosphärische Störungen, was die Aufnahmequalität schwanken lässt. Außerdem ist das Prozedere behäbig, muss der Kohärer doch nach jedem eingegangenen Zeichen durchgeschüttelt werden, damit er wieder funktioniert. 10 Unter Druck der Konkurrenz entwickelt Telefunken das System„Tönende Funken“. Dabei handelt es sich um einen so genannten„Löschfunkensender“, der 1.000 Funken pro Sekunde erzeugt. Bei einer derart hohen Frequenz können die Morsezeichen mithilfe eines Detektors und eines Kopfhörers als Töne wahrgenommen werden. Im Unterschied zum undeutlichen Knacken des Knallfunkensenders sind diese Töne angenehm
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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