118 47 Telegramm über Geld- und Schmucktransaktionen zwischen Graz und Triest. Als das Land Ende 1921 Österreich angegliedert wird, gehen viele Telegrafenstationen wieder in Betrieb, andere werden neu eingerichtet. Postämter in burgenländischen Ortschaften erhalten eine direkte Verbindung mit der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Wiener Neustadt, die ihrerseits an Wien angebunden ist. 3 Das burgenländische Netz, das bislang von Budapest ausgegangen ist, richtet sich sukzessive an Wien aus. Im Übrigen setzt die Bundesregierung mit einer Verordnung für das neue Bundesland den Staatsvorbehalt hinsichtlich Errichtung und Betrieb von Telegrafen in Kraft. 4 Große Probleme bereitet die wirtschaftliche Lage des Staatstelegrafen. Einerseits ist mit dem Zusammenbruch des überregionalen Wirtschaftsraums der Habsburgermonarchie das Telegrammaufkommen eingebrochen, andererseits lässt die Übernahme vieler Beamter aus Ländern der ehemaligen Monarchie den Verwaltungsapparat auf ein für den verbliebenen Zuständigkeitsbereich viel zu großes Maß anschwellen. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen dramatisch. Es gilt, den Betrieb wieder anzukurbeln und gleichzeitig in großem Umfang durch Schließung oder Verkleinerung von Dienststellen und Abbau von Personal Kosten zu senken. Auf der Grundlage des Angestelltenabbaugesetzes vom 24. Juli 1922 können Angestellte mit geringer Dienstzeit entlassen, solche mit höherer in den Ruhestand versetzt werden. Eine Aufnahmesperre unterbindet Nachbesetzungen. Das bringt
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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