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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
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124 50 Radiogramm der Wiener Schauspielerin Helene Thimig aus New York an ihren Bruder Hans Thimig bezüglich einer Komödie, die sie am Broadway gesehen und die sie Hans für das Theater in der Josefstadt anzukaufen rät. an einen Empfangsplatz in der Zentrale, wo es auf einemUndulator von Marconi einem Gerät, das empfindlich genug ist, um schwache oder schwankende Signale aufzufangen in Morsezeichen auf einem Papier­streifen geschrieben wird. Danach wird der Papierstreifen in Reinschrift übertragen. Dazu dient eine spezielle Schreibmaschine, die über einen Streifenzieher verfügt, der den Streifen in gleichbleibender Geschwin­digkeit vor den Augen der Schreibkraft vorüberzieht, damit diese das Telegramm bequem und zügig tippen kann. Geschrieben wird blind mit dem Zehnfingersystem. Abgehende Telegramme, die am Schalter persönlich oder telefonisch aufgegeben worden sind, werden in der Zentrale auf einem mit einer schreibmaschinenähnlichen Tastatur versehenen, elektrisch betriebenen Locher nach dem Morsealphabet in einen Papierstreifen gestanzt. Am zuständigen Sendeplatz wird der Lochstreifen dann über einen automa­tischen Lochstreifensender der Marke Wheatstone an die Sendestation Deutsch-Altenburg abgesetzt und von dort aus mit 450 bis 600 Buch­staben pro Minute im Normalbetrieb und mit bis zu 1.200 Buchstaben im Schnellbetrieb in den Äther gefunkt. 20 Für Telegramme, die aus dem Staatstelegrafennetz zur drahtlosen Weiterbeförderung bei der Radio Austria einlangen, oder aus dem Äther zur Weiterbeförderung im Staatste-