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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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131 53 Das Fernschaltgerät erlaubt es, den gewünschten Fernschreib­teilnehmer per Wählscheibe direkt anzuwählen. Ein vor dieser Fünferkombination übermittelter, einzelner Negativimpuls fungiert als Anlaufschritt, der die Fernschreiber an beiden Seiten der Leitung anlaufen lässt, ein danach kommender, positiver als Sperrzeichen zum Anhalten. Am Ende wird durch Drücken der SchlusstasteST am Fernschaltgerät die Verbindung unterbrochen. Wird eine halbe Minute lang nichts gesendet, schalten sich beide Apparate automatisch ab. 5 Jeder Fernschreibapparat fungiert als Sender und Empfänger, sodass auch Korrespondenz im Wechselverkehr erledigt werden kann. Fernschrei­ben(nach dem englischenTeletype-Exchange auchTelex genannt) werden vonStreifenschreibern auf Papierstreifen wie herkömmliche Telegramme oder vonBlattschreibern im Seitenformat auf Endlospapier von der Rolle gedruckt. Letzteres hat den Vorteil, dass bereits unmittelbar nach der Übermittlung eine gut lesbare schriftliche Ausfertigung vorliegt. Bei Bedarf lässt sich der Ausdruck mithilfe von Kohlepapier gleich auch mit mehreren Durchschlägen ausfertigen. Ein Fernschreiben kann aber auch als Lochstreifen ausgegeben werden, was sich besonders beim maschi­nellen Weitersenden langer Texte empfiehlt, um Übermittlungszeit, nach der die Leitungsgebühr berechnet wird, zu sparen. 6 Grundsätzlich kommt ein Fernschreiben vergleichsweise günstig. Es kostet rund die Hälfte eines Ferngesprächs und einen Bruchteil eines Telegramms. Auf der Strecke Berlin–Hamburg kommt ein sechsminütiges Fernschreiben auf 1 Reichs­mark 80. Des Nachts ist es noch billiger. 7 Man nimmt deshalb an, dass