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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
Seite
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148 62 Telegramm eines Hell-Schreibers mit der markanten Doppelzeile. unterschiedlich langen Schleifkontakten. Beim Drücken einer Taste wird der betreffende Ring von einem Stromabnehmer rundum abgegriffen, wo­bei das Muster Stromimpulse und Pausen unterschiedlicher Länge erzeugt und in die Leitung sendet. Beim Empfänger werden die aufgenommenen Impulse in Form von entsprechend langen Strichen nebeneinander auf einen Papierstreifen gedruckt, woraus sich der übermittelte Buchstabe grafisch zusammensetzt. Zur Sicherheit druckt der Feldfernschreiber den Text zwei Mal untereinander auf den Papierstreifen. Dank seiner robusten Technik ist er weitgehend resistent gegenüber atmosphärischen Störun­gen, weshalb er sich besonders auch für drahtlose Verbindungen eignet. Störungen verursachen zumeist nur ein Verschmieren einzelner Buchsta­ben, kaum je, dass ein ganzes Wort unleserlich wird. 18 Die Gebegeschwindigkeit ist jedoch niedriger als sonst. Während der herkömmliche Fernschreiber gut 400 Zeichen pro Minute zu übermitteln erlaubt, schafft der Feldfernschreiber nur 150, mitunter auch weniger. Dies liegt daran, dass für die Übermittlung jedes Zeichens die relativ große Zeitspanne von einer knappen halben Sekunde reserviert ist. In dieser Zeit sind alle Tasten gesperrt, kann kein anderes Zeichen übermittelt werden. 19