Heft 
1936: Drittes Heft
Entstehung
Seite
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Mitteilungen und Berichte.

Die Enthüllungsfeier des Auer-Welsbach-Denkmals.

Am 7. November 1935 wurde das von derDr. Carl Auer-Welsbach Ge­dächtnisstiftung errichtete Denkmal für den erfolgreichsten österreichischen Forscher und Erfinder Dr. Carl Freiherr Auer von Welsbach feierlich enthüllt. Das vom Wiener Bildhauer Prof. Wilhelm Frass geschaffene Denkmal steht vor dem zweiten Chemischen Institut der Universität in Wien, IX., Währingerstraße. Es besteht aus einem hohen Kalksteinpfeiler, der das Antlitz Auers als Hochrelief und außer Auers Wappenspruch ,,Plus lucis folgende Inschrift trägt: ,,Dr. Carl Freiherr Auer von Welsbach, geboren am 1. September 1858 in der Inneren Stadt zu Wien, gestorben am 4. August 1929 auf Schloß Welsbach in Kärnten. Aus seltenen Erden und Metallen schuf sein forschender Geist das Gasglühlicht, die elektrische Osmiumlampe, das funkensprühende Cereisen. Der Pfeiler wird gekrönt von einer Jünglingsfigur aus Bronze, die in der emporgehobenen Rechten eine Fackel trägt und den Lichtbringer verkörpert.

Die Enthüllungsfeier, zu der sich eine erlesene Teilnehmerschaft aus dem In- und Auslande eingefunden hatte, wurde vom Wiener Schubertbund mit Be­gleitung einer Bläsergruppe des Akademischen Orchestervereines unter Leitung des Ehrenchormeisters, Hofrats Viktor Keldorfer, durch einenMännerchor von Richard Wagner eröffnet, der, obwohl 1844 entstanden, wie für die Ent­hüllung dieses Denkmals gedichtet schien:

Der Sonne gleich, die hell und klar den Tag verkündet,

Das Dunkel scheucht und Licht beschert dem Himmelszelt;

So ward von dir dereinst ein Morgenrot entzündet.

Du Einziger, hast uns den Erdball neu erhellt.

Sei uns gegrüßt:

Der Freude edler Bote, Beglücker, hehr und rein!

Was uns im Herzen lohte, das klärt dein Zauberschein.

Als Vorsitzender des Arbeitsausschusses der Auer-Welsbach Gedächtnis­stiftung eröffnete sodann Professor Dr. Ing. August Kann die Feierlichkeit mit folgenden Worten:

Gefühle der Dankbarkeit sind es, die mich an unserem heutigen Festtag veranlassen, zuerst der Männer zu gedenken, auf deren Anregung hin das nunmehr zu enthüllende AuER-Denkmal entstand. Einerseits war es der ehemalige Direktor des Technischen Museums und derzeitige Leiter des Forschungsinstitutes für Geschichte der Technik, Hofrat Dr. Ing. E. h. Ludwig Erhard, andereiseits war es der Begründer der österreichischen Glühlampenindustrie, Kommerzialrat Johann Kremenezky, welch letzterer gelegentlich der goldenen Jubelfeier der elektrischen Glühlampe in der Sitzung der Österreichischen Lichttechnischen Gesellschaft vom 21. Oktober 1929 mit einer ersten Geldspende von S 500 den Grundstock zum Stiftungskapital legte. Schmerzlich müssen wir feststellen, daß ein herbes Geschick es Kremenezky nicht vergönnte, den heutigen Tag zu erleben. Dieser Altmeister der Elektrotechnik stellte sich mit Feuereifer an die Spitze des Arbeitsausschusses,