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Mitteilungen und Berichte.
als dessen Stellvertreter ich nach seinem Heimgange die Ehre habe, die heutige Festversammlung zu eröffnen. Ich danke an dieser Stelle nochmals unserem Staatsoberhaupt, dem Herrn Bundespräsidenten Wilhelm Miklas, daß er den Ehren - schütz über die „Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisstiftung“ übernommen hat und erlaube mir, ihn in unserer heutigen Festversammlung auf das ehrfurchtsvollste zu begrüßen.“
Nachdem Prof. Kann noch eine Reihe von hervorragenden Persönlichkeiten des öffentlichen und wissenschaftlichen Lebens, sowie die Familie des Gefeierten namentlich begrüßt hatte, führte er weiter aus:
„Die ,Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisstiftung“ darf in dieser Stunde mit Genugtuung feststellen, daß von den von ihr beabsichtigten Ehrungen Auers eine Reihe bereits der Verwirklichung zugeführt sind: Das Bundesministerium für Handel und Verkehr hat die zwischen dem Technischen Museum und dem Schloß Schönbrunn gelegene Parkanlage zur dauernden Erinnerung ,Auer Welsbach- Park“ benannt. Das Österreichische Forschungsinstitut für Geschichte der Technik hat eine von Ing. Dr. Franz Sedlacek verfaßte Biographie ,Auer von Welsbach“ als zweites Heft der ,Blätter für Geschichte der Technik“ herausgebracht, wofür auch an dieser Stelle Dank und Anerkennung ausgesprochen sei. Außerdem haben wir dem Deutschen Museum in München eine vom akademischen Bildhauer, Prof. Ludwig Hujer, hergestellte Büste Auers gewidmet, die eine Zierde der Lichttechnischen Abteilung des Museums bildet. Heute sind wir hier versammelt, um ein des großen österreichischen Erfinders würdiges Denkmal in seiner Vaterstadt Wien zu enthüllen. Besondere Anerkennung gebührt dem Obmann des Denkmalausschusses, Hofrat Prof. Dr. Karl Holey und dem akademischen Bildhauer Prof. Wilhelm Frass, deren künstlerisch hohem Geiste das Gelingen des großen Werkes zu verdanken ist.
Und nunmehr darf ich Herrn Bundespräsidenten Miklas bitten, die Enthüllung vorzunehmen.“
Bundespräsident Miklas entsprach dieser Bitte und führte aus:
„Rührige Männer der Wissenschaft und Praxis haben unter der Führung des Österreichischen Forschungsinstitutes für Geschichte der Technik die ,Dr. Carl Auer von Welsbach Gedächtnisstiftung“ gegründet und dem großen Österreicher hier ein würdiges Denkmal gesetzt.
Auer von Welsbach gehört zu den hervorragendsten Forschern und Erfindern unseres Landes auf dem Gebiete der Beleuchtungstechnik. Sein Wappen, das ihm Kaiser Franz Joseph gelegentlich seiner Erhebung in den Freiherrnstand verliehen hat, trägt die Inschrift ,Plus lucis“, d. h. ,Mehr Licht!“. Diese Worte kennzeichnen so recht die große Forscher- und Erfindertätigkeit des genialen Österreichers Auer von Welsbach, des großen Chemikers, dessen Erfindungen in ihrer Auswirkung die moderne Beleuchtungstechnik der Welt völlig umgestaltet haben.
Schon in jungen Jahren hat Auer seine wissenschaftliche Forscherarbeit auf ein Gebiet verlegt, in dem er Schritt für Schritt Neuland erobern mußte. Mit großer Kraft widmete er sich der Erforschung der sogenannten seltenen Erden, wie man gewisse Sauerstoffverbindungen einiger seltener Elemente nennt, und wurde so der Entdecker neuer Grundstoffe. Aber Auer von Welsbach blieb bei dieser