Die Entwicklung des Markscheidewesens.
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wichtige Quelle markscheiderisch-geschichtlicher Erkenntnisse nicht unerwähnt bleiben; diese aus dem Jahre 1556 stammende und in sechs Ausfertigungen auf uns überkommene Bilderhandschrift gibt über den damaligen Stand des tirolischen und insbesondere Schwazer Bergbaus wertvolle Auskünfte. Die Leobener Hochschulbücherei, die Nationalbibliothek Wien und die Bayrische Staatsbibliothek München besitzen je eine Ausfertigung des Schwazer Bergbuches, das Museum „Ferdinandeum“ Innsbruck verwahrt drei Exemplare, darunter eine Prachtausgabe. * 1
Außer den rein fachlichmarkscheiderischen Quellenstudien waren noch allgemein bergbaugeschichtliche und kulturgeschichtliche Untersuchungen und Vorarbeiten notw endig, um die kulturelle Stellung des Markscheiders in den vergangenen Jahrhunderten dartun zu können.
In den folgenden Ausführungen über „Die Entwicklung des Mark
scheidewesens im Lande Österreich“ vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart wird immer
von der „Ostmark“ gesprochen, sobald es sich um den gesamtdeutschen oder gegenwärtigen Zustand, von „Österreich“ dagegen nur, wenn es sich um den geschichtlichen Begriff des österreichischen Raumes früherer Jahrhunderte handelt.
Bild
Titelbild des „Schwazer Bergbuches" (1556).
(Leobener Codex.)
Markscheider (Scliiner) im 15. und 16. Jahrhundert. Zeitsclir. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwes. im Preuß. Staate, S. B. 497—507, Berlin 1933.
1 Bilder daraus sowie aus dem Leobener Codex: F. Kirnbauer, Das Sclrwazer Bergbuch, Leoben 1937, 10 Postkarten anläßlich des Leobener Bergmannstages 1937, herausgegeben vom Unterstützungsverein an der Montan. Hochschule Leoben.
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