Die geschichtlichen Grundlagen.
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Vordernberges aus dem Jahre 1524 1 sowie aus anderen Eisenerzer Schin- und Pflockbüchern aus dem gleichen Jahre und aus etwas späterer Zeit. 2 Eine beträchtliche Sorgfalt wurde von den Schinern des 16. Jahrhunderts am Erzberg stets einer genauen und größengerechten Abgrenzung der einzelnen „Gruben“, also der Grubenbesitzverhältnisse nach oben und unten (First und Sohl), nach den beiden Seiten (dem „Seherin“) und in den Berg hinein („abschneidend“) entgegengebracHt. Ein beachtliches Einwägen (Nivellement) über weite Entfernungen stellt auch das in den Schinbüchern stets besonders hervorgehobene „Herausbringen der Ebenhöhe“ von Vordernberg auf den Innerberg dar. Die Ebenhöhe war durch Jahrhunderte hindurch die genau eingehaltene waagrechte Grenzfläche zwischen den Abbauberechtigungen der Vordernberger Radmeister einerseits und der Innerberger (oder Eisenerzer) Radgewerken anderseits. Die Beschreibung der Ebenhöhe ist in mehreren Pflockbüchern enthalten, sie lautet in einem:
„Die 3mtern unb Doberperger baibr Eben feilt alfo entfärben, bas bic Ebern fyöcf? uom ffart mie r>or ansaigt 1? er aus ift pracfyt bts in Sau per g, bafelb atu pflocf in aitter üben ober puecfyen geflogen, ift bie red]t Ebettfyöd}.
IDeittr ftaben mir angefangen neben uttb unttr bes ffatbn gruebit feiten Elspet im IDeingartn ein creug unb pibmard] geflogen in ain lerdpt, barttt ain cructftr mie im 3ünernperg anseigt ftet; basfelb pibntartdj ift bie red]t cEben 1^öd>. Unb fyerburd? gejogn bis in XDeingarttn neben bie gruebn, fo fyer Sebolb Pögl Suegetjört in ber Ffeel genant; bofelbn abr ain pibntarid} in ain feidjtn geflagn. Don bemfelbn pibmarid} fyittab gejogn unb abgenomen in faigr uutter fid] 26 clafftr, bafelbu abr ain ptbmarid} in ain lerdpt geflagn, basfelb pibnt. ift bes Crobl ftolln in JDeyrfierft im UTaifdipad] unb burid] bie Ceittn bie red]t Eben bes faigr bis hinaus in ^inobl, mies mit pibntarid? au aiitem 3 unt attbern uer 5 aid]net ift. Unb fein besfyalb bie Dobrpergr unb 3 n nerpergr baiber Eben mit folid^er Ebenfyödi oou einanber entfd]ibn nadtuolgunbr mögen.“
Wir sehen somit, daß entsprechend der zunehmenden Entwicklung des Bergbaus in den österreichischen Alpenländern auch eine stetig fortschreitende Entwicklung der Tätigkeit des Markscheiders und seiner Aufgabe stattgefunden hat. Mit dem Emporblühen des österreichischen Erz- und Salzbergbaus im 14. und 15. Jahrhundert entstand auch der Bedarf nach Vermessungen der Gruben, der sich nicht nur auf das Messen einfacher Längen, das von alters her geübt worden war, erstreckte, sondern auch die Festlegung und Wiedergabe von Winkeln sowie die Ausübung der Tätigkeit des Einwägens erforderte.
1 Steirisches Landesarchiv, Graz.
2 F. Kirnbauer, Über Eisenerzer Schin- und Pflockbücher, in Vorbereitung.