Heft 
1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

Winkelmessung.

25

lichkeit einer Ablesung der Streichungswinkel und späterhin auch das Bedürfnis, diese sowie andere Messungsergebnisse schriftlich niederzulegen und festzuhalten. Diese schriftlichen Aufzeichnungen sind dann die sog.Schin- bücher und stellen, wie neuere Untersuchungen des Verfassers kürzlich ergeben haben, die ältesten er­haltenen Dokumente im österreichischen und deutschen Mark­scheidewesen dar. 1 Die ältesten Schinbücher Öster­reichs sind ein aus Eisen­erz aus dem Jahre 1524, sowie ein aus Hallstatt aus dem Jahre 1528 stammendes Schinbuch (Bild 2 u. 96). Das eine wird im Landesarchiv zu Graz, das andere im Landesarchiv zu Linz a. D. aufbewahrt. Wie neu oder auch unbekannt Schin­bücher oder markscheideri­sche Zugbücher selbst 30 Jahre später noch waren, geht daraus hervor, daß Agricola beim Be­schreiben des österreichi­schenAlpenkompasses, also einesKompasses mit Teilung, hervorhebt, daß biefes 3nftrument feine ge= tDacfyften Hinge befiel" und die Markscheidereine HTappe in bjänben galten, in melcfye fie bie 21blefungen bes 3nftrumentes eintragen .... unb bie ber £ad}ter anmerfen". 2

Es ist weiter bemerkenswert, daß der Verfasser den Gebrauch der Wachs­scheibe für Österreich kürzlich erstmalig nachweisen konnte. 3

Die älteste Darstellung einerWachsscheibe mit Wasserbussole stammt aus dem Schwazer Bergbuch aus dem Jahre 1556 (Bild 14). Man sieht in eine viereckige

1 F. Kirnbauer, Die ältesten Dokumente deutschen Markscheidewesens, in: Montan. Rundsch. 27. Jg., H. 20, S. 1 bis 6. Wien 1935. Auch: Forsch, u. Fortschr. 11. Jg., S. 325 bis 326. Berlin 1935.

2 G. Agricola, 1. c., S. 117.

3 F. Kirnbauer, Wachsscheibenmethode, 1. c., S. 43.

mm

lT

Bild 14. Schiner mit Wasserbussole aus dem Schwazer Bergbuch 1556.

(Leobener Codex 2737.)