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Die instrumenteilen Grundlagen.
Chaucer. Vor 5 Jahren führte H. Winter 1 den Nachweis über die Kenntnis der magnetischen Mißweisung im 13. Jahrhundert aus der berühmten „Epistola de Magnete“ des Peter Peregrinus vom Jahre 1269, zu dessen Zeit die Mißweisung nicht nur bekannt, sondern bereits durch den Bau von rechtweisend verbesserten Bussolen (Magnetstein) ausgeschaltet wurde. P. Peregrinus, der in der Geschichte der exakten Wissenschaften einen hervorragenden Platz einnimmt, hatte für seine Person aber die magnetische Mißweisung nicht erkannt, obwohl er eine Einrichtung aus der Praxis beschrieb. Da auch die Abschreiber des Peregrini durch die Zeichnungen bekunden, daß auch sie die Mißweisung nicht herausgelesen haben, so beweist dies nur die damals und auch lange Zeit später hindurch bestehende Kluft zwischen dem Wissen des mittelalterigen Praktikers und dem des schreibenden Gelehrten.
Im Markscheidewesen tritt uns die Kenntnis der magnetischen Mißweisung erstmalig bei sächsischen Kompassen aus dem Jahre 1562 auf, die im Mathematischen Salon zu Dresden auf bewahrt werden. Es sind dies einige Holzscheiben mit außermittig angeordneter Bussole, die zugleich als Sonnenuhr eingerichtet waren. Bei diesen Kompassen ist die magnetische Mißweisung schon berücksichtigt . 2 An österreichischen Kompassen tritt uns eine Berücksichtigung der Deklination erstmalig im Jahre 1667 an einem zu einem Schinzeug gehörigen Zweibussolenkompaß mit Sonnenuhr entgegen (Bild 32).
Wir kommen nun zu den bergmännischen Kompassen.
Die Bergkompasse möchte ich einteilen in Handkompasse, in Setzkompasse und in Hängekompasse. Die Handkompasse sind wieder in solche in kreisrundem Gehäuse und solche in quadratischem oder rechteckigem Gehäuse zu unterteilen, welch letztere nach C. Krause richtig auch Anhaltekompasse genannt werden können . 3 Die Setzkompasse haben meist kreisrunde Form. Die Magnetnadel schwebt auf einer metallenen Spitze innerhalb einer Büchse. Eine Festhalte Vorrichtung für die Nadel fehlt noch. Die ältesten Bergkompasse, über die wir Näheres wissen, sind die in Ulrich Rülein von Kalbes Bergbüchlein vom Jahre 1505 abgebildeten . 3 Ihre Teilung läuft im Uhrzeigersinne . 4 Einen Kompaß in viereckiger Einschlußform erwähnt P. Wilski 5 erstmalig aus der Zeit um 1500, jedoch nicht als Bergkompaß, sondern von einer Landkarte her. C. Krause 3 bringt als erste bekannte Bilder eines Anhaltekompasses im deutschen Markscheiderschrifttum diejenigen 1713 bei Voigtel und 1726 bei Weidler und erwähnt aus
1 H. Winter, Über die Kenntnis der magnetischen Mißweisung im 13. Jahrhundert. Forsch, u. Fortschr., 11. Jg., S. 304, Berlin 1935.
2 C. Krause, Geschichte, S. 37; Krause schreibt, B. Pattenhausen meine, daß diese Kompasse für bergmännische Zwecke benutzt wurden, wofür jedoch ihm, Krause, nicht genügend Anhaltspunkte vorzuliegen scheinen. Ich bin der Meinung, daß sie sicher markscheiderischen Zwecken dienten, da Kompasse mit außermittig angeordneten Bussolen typisch markscheiderische Erfindungen und aus Österreich aus dem 16. Jahrhundert mehrfach bekannt sind. Die Sonnenuhranordnung ist nichts Ungewöhnliches, wie ein später zu besprechendes Schinzeug mit Zweibussolenkompaß und Sonnenuhr, allerdings aus späterer Zeit, beweist.
3 C. Krause, Geschichte, S. 27.
4 K. Lüdemann, Ulrich Rülein von Kalbe, 1. c., S. 71 und 73.
5 P. Wilski, Markscheidekunde II., S. 113.