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Die instrumentellen Grundlagen.
Ein anderer Handkompaß in kreisrundem Holzgehäuse, etwa aus der gleichen Zeit oder spätestens um 1600 und aus Klagenfurt stammend, ist ebenfalls in der Leobener Sammlung 1 enthalten (Bild 20). Er besitzt einen beinernen Stundenring,
Bild 20. Setzkompaß aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
( 3 U der nat. Größe.)
der rechtsinnisch in 1 X 24 Stunden geteilt ist und worin eine rotgerandete Mäanderbandverzierung läuft. Auf dem Grunde der Kompaßbüchse ist, gleichfalls in Bein
Bild 21. Setzkompaß aus Klagenfurt um die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.
( f l 3 der nat. Größe.)
graviert, in Schwarz und Rot das Monogramm des Verfertigers ,,M. A.“, der wahrscheinlich auch der mit dem Kompaß arbeitende Markscheider war, angebracht. Einen
ganz ähnlichen, ebenfalls mit ,,M. A.“ gezeichneten und aus Klagenfurt stammenden Hand- kompaß, jedoch in viereckigem Gehäuse, führt R. Riedl in seinen Skizzen an (Bild 21).
Unter den Setzkompassen, wie sie zur Schinzeug-Vermessung in Gebrauch standen, können wir solche mit einer außermittigen Bussole und solche mit zwei außermittigen, einander gegenüberliegenden Bussolen unterscheiden, die teils jetzt, teils später zu behandeln sind.
In Bild 31 ist ein Einbussolenkompaß dargestellt, der aus Hall in Tirol und aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert stammt, wie aus der Form des dazugehörigen Schinzeuges zu bestimmen war; er wird zusammen mit diesem später unter den „Schinzeugen“ besprochen werden. Einige Zweibussolenkompasse hingegen sind nachstehend zu beschreiben, da die zu ihnen gehörigen Schinzeuge nicht mehr erhalten sind.
Bild 22. Setzkompaß aus Hall in Tirol aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
( 2 ls der nat. Größe.)
1 Inv.-Nr. VC 3.