W inkelmessung.
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Als der älteste in österreichischen Sammlungen auf be wahrte Setzkompaß ist ein im Technischen Museum zu Wien 1 befindlicher, aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammender Setzkompaß anzusprechen (Bild 22). Auf sein hohes Alter weisen die herbe Art und Form der ins Holz geschnitzten Ziffern hin.
Es ist ein aus Hartholz gefertiger Zweibussolen-Setzkompaß für Schin- zeugvermessung von 133 mm Durchmesser, der in der Mitte eine quadratische Lochung für das Schinzeug, sowie zwei kleine Bussolen von je 42 mm Durchmesser besitzt. Der Grund der beiden Bussolen wird von zwei kreisrunden Beinplättchen geziert, die in schwarzer und roter Gravierung je zwei Halbmondgesichter tragen. Die Nordrichtung ist bei beiden Beinplättchen durch einen roten Strich mit kurzem Querstrich bezeichnet. Die Magnetnadel trägt an ihrem Nordende einen kleinen Querbalken. Der Kompaß ist rechtsinnisch in 1 X 24 Stunden geteilt und jede Stunde in acht Achtelstunden unterteilt. Die Nordrichtung stimmt mit der 12—24-Stundenlinie überein. Nach einer handschriftlichen Angabe auf einem Zeichenblatt Riedls stammt dieser Kompaß aus Hall in Tirol.
Als Zweitältester in der Ostmark vorhandener Setzkompaß ist ein in Leoben auf be wahrter Setzkompaß 2 zu besprechen, der aus der Zeit spätestens um 1600 und aus Klagenfurt stammt (Bild 23). Es ist ebenfalls ein Zweibussolensetzkompaß, der zu einem Schinzeug gehört, wie an der quadratischen Lochung in der Mitte zu erkennen ist.
Der Kompaß hat einen Durchmesser von 138 mm und eine Höhe von 22 mm. Er ist mit einem beinernen Stundenring sowie mit schönen Bein Verzierungen, Blätter - und Blütenformen in gravierter Einlegearbeit, ausgestattet. Um das Quadratloch herum ist eine vierteilige Rosette eingelegt. Der Kompaß hat zwei rechtsinnische Teilungen, eine Hauptteilung in 1x24 Stunden und eine Nebenteilung in 2x12
1 Inv.-Nr. 9695/7.
2 Inv.-Nr. VC 2.
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Bild 23. Zweibussolenkompaß mit Beineinlegearbeit aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
( a j b der nat. Größe.)