Heft 
1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen

Winkelmessung.

37

mit quadratischer Begrenzung befestigt, der rechtsinnisch in 2x12 Stunden geteilt ist. Weiter ist auf dem Bussolengrund eine Papierteilung aufgelegt, die eine wider- sinnische Bezifferung in 1 X 24 Stunden und in lateinischen Abkürzungen die vier Weltgegendbezeichnungen auf weist. Bemerkenswert ist, daß die Bezifferung der inneren, auf Papier ange­brachten 24-Stundentei- lung bei Meridies, also im Süden, beginnt und daß weiter die äußere, in die messingene Deckplatte gra­vierte 12-Stundenteilung im Osten bzw. Westen be­ginnt. Eine Begründung für diese Abweichung

konnte

werden

Es

halten,

kannte

nicht erbracht

ist somit festzu- daß die erste be- Klemm Vorrich­tung in Form einer Klem­mung der Magnetnadel aus der Zeit um 1650 aus dem steirischen Eisen­steinbergbau stammt.

Der Kompaß ist ziemlich primitiv ausgeführt. Die Datierung für diese Zeit konnte auf Grund seiner Ausführung sowie der zeit­genössischen Ziffernformen erfolgen. Bisher war die erstmalige Erwähnung einer Klemmvorrichtung durchC.

Krause 1 für 1782 in Lempes Markscheidekunst bezeugt.

Aus dem Jahre 1727 stammt ein uns durch eine Zeichnung R. Riedls über­lieferter und in Bild 25 dargestellter Setzkompaß mit Zulegelineal. Das um die Kompaßmitte schwenkbare Zulegelineal war jedenfalls abnehmbar angeordnet. Ein ähnliches Zulegelineal, jedoch aus früherer Zeit, ist in der Leobener Sammlung vorhanden.

Der Kompaß hat 122 mm Durchmesser und 22 mm Höhe und ist vor allem durch seine Teilung bemerkenswert. Die äußere Teilung ist rechtsinnisch in 1x24 Stunden geteilt. Die Bezifferung ist aber nicht nur in Zahlen, sondern auch mittels

Bild. 26.

Gradbogen aus Altaussee, Salzkammergut, aus dem Jahre 1728.

( 3 U der nat. Größe.)

1 C. Krause, Geschichte, 1. c., S. 36.