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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Die instrumenteilen Grundlagen.

Buchstaben ausgedrückt, indem eigenartigerweise unter jeder Stundenziffer ein Buchstabe des Alphabets steht. Die innere Teilung ist rechtsinnisch in 2x24 Stunden geteilt. Weiter trägt der Stundenring die Bezeichnungen : MITER : NACHT: STVNT: im Quadranten bei hora 24, :MORGENSTVNT: bei hora 6, :MITTAG: STVNT: bei hora 12 und :AMWT: STVNT: bei hora 18. Die Nord- und Südrichtung ist am Grunde der Kompaßbüchse durch die Worte SEPTENTRIO und MERIDIES

angegeben, und der Name des Markscheiders oder Kom­paßmachers und seine Zeit durch die Buchstaben: M S:

: V P: : 17: : 27: vermerkt. Der Kompaß stammt aus Altaussee im steirischen Salzkammergut und gehört zu einem mit der österreichi­schen Kaiserkrone ge­schmückten, sehr bemerkens­werten Gradbogen, der ein Jahr später vom gleichen Meister verfertigt worden ist (Bild 26).

Setzkompasse aus neuerer Zeit sind weiter in verschiedenen Sammlungen enthalten. So besitzt das Technische Museum Wien einen Setzkompaß mit Klemmvorrichtung und Zu- legeplatte 1 aus der Zeit um 1790 bis 1800, hergestellt von Voigtländer in Wien. Die Größe der Setzplatte ist 23,5x12,9 cm, der Durch­messer der Bussole 11,5 cm. Etwa aus der Zeit um 1850 endlich stammt ein zu Leoben auf bewahrter Setzkompaß mit Sonnenuhr, 2 gebaut von denBrü­dern Rospini in Gratz.

Wir müssen noch einmal in die Mitte des 16. Jahrhunderts bei der Betrachtung österreichischer Bergkompasse zurückgreifen, da AgricolasAlpenkompaß nicht übergangen werden darf. Es war dies ein hölzerner Einbussolenkompaß von etwa 135 mm Durchmesser, der mittig befestigt eine mit Ösen versehene drehbare Regel aufwies, woran die Schnürenden befestigt wurden (Bild 27). G. Agricola be­schreibt in seinem fünften Bergbuch 3 diesen Kompaß und seine Handhabung wie folgt:

Bild 27.

Agricolas Alpenkompaß, 1556.

(' 3 / 5 der nat. Größe.)

1 Inv.-Nr. 9699/7.

2 Inv.-Nr. V C 46.

3 G. Agricola, 1. c., S. 117.