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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Winkelmessung.

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und besitzt an ihrem unteren Ende, in der Richtung des Höhenkreises, einen als Ablesemarke am Kompaß dienenden, fest angebrachten, kurzen Zeiger. Der Höhen­kreis des Schinzeugs ist sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite in 2x12 Halbstunden geteilt, begin­nend mit der Bezifferung in der Waagrechten, doch trägt die Nullinie eigenartiger­weise nicht die Bezeichnung Null, sondern ,,12. Jede Halbstunde ist in vier Teile unterteilt, so daß die unmit­telbare Ablesung ein Viertel einer Halbstunde beträgt, doch konnte ein Achtel einer Halbstunde noch geschätzt werden. Die Ablesung am Höhenkreis ergab unmittel­bar Höhen- und Tiefenwinkel, diejenige vermittels des Zei­gers am Kompaß magneti­sches Streichen.

Zur Zeitbestimmung des Schinzeugs, das ein Schin- zeug-Hauptgerät dar­stellt, kann gesagt werden:

Der an gotische Wasser­speier erinnernde Fabeltier­kopf des Senkelträgers, weiter der herzförmige Alhidaden- zeiger sowie der aus fünf gewundenen Säulchen beste­hende Senkelkäfig weisen beachtenswerte, typisch spät­gotische Formen auf, so daß auf Grund dieser, sowie des Vergleiches mit anderen kunsthandwerklichen Erzeugnissen des beginnenden 16. Jahrhunderts die Datierung des Schinzeugs vorgenommen werden konnte. 1

Als etwa gleichalterig ist ein ebenfalls aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammendes Schinzeug, das sich in Privatbesitz befindet, zu erwähnen 2 (Bild 29).

1 A. Repsold, Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge, Leipzig 1908, bildet in Bd. 1, Fig. 14 einen Quadranten des Landgrafen Wilhelm von Hessen aus etwas späterer Zeit, aus der Zeit um 1560, ab, der ebenfalls noch ähnliche spätgotische gewundene Säulchen besitzt.

2 Für die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Bildes ist Herrn Generaldirektor Wissel­mann, Berlin, zu danken.

Bild 29. Schinzeug aus der ersten Hälfte des 16. Jahr­hunderts.

ÖS