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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
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Winkelmessung.

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ein im Technischen Museum zu Wien 1 befindlicher Zwei buss olenkompaß mit Sonnenuhr dar (Bild 32). Er besteht aus einem Holzgehäuse von 146 mm Durch-

Bild 31. Schinzeug und Einbussolenkompaß aus Hall in Tirol, zweite Hälfte des 16. Jahr­hunderts.

(3,3fache Verkleinerung. Schinzeug Aufriß; Einbussolenkompaß Grundriß.)

messer, in das zwei kleine Bussolen von je 42 mm Durchmesser eingelassen sind. Beide Bussolen tragen die Nord-Süd-Richtung durch einen mit Septemtrio (SE) und Meridies (ME) bezeichneten Strich gekennzeichnet, weiter aber ist bemerkens­werterweise bei einer der beiden Bussolen ein etwa um 15° gegen West abweichender Strich deutlich eingezeichnet, der als Deklinations­bezeichnung gewertet werden muß. Diese Richtung der Mißweisung ist nur auf der linken, bei hora 6 der Kompaßteilung befindlichen klei­nen Bussole angebracht, bei der rechten, bei hora 18 befindlichen Bussole fehlt sie.

Das Holzgehäuse des Setzkompasses ist von einer Mecssingplatte bedeckt, die außer den bei­den kreisrunden Ausnehmungen für die zwei Bussolen noch ein quadratisches Loch in der Mitte als Einstecköffnung für das Schinzeug so­wie je zwei kleine rechteckige Öffnungen besitzt, die in der Stundenrichtung 12 bis 24 angeord­net sind und zum Einstecken der für die Sonnen­uhr dienenden Schattenstäbe gedient haben.

Längs des Umfanges der Messingplatten ist die

Kompaßteilung eingraviert; dieselbe ist rechtsinnisch in 24 Stunden untergliedert, ihre unmittelbare Ablesung beträgt bloß eine Viertelstunde. Weiter enthält die

Bild 32. Zweibussolenkompaß mit Sonnenuhr von Steur aus dem Jahre 1667.

fVa der nat. Größe.)

1 Inv.-Nr. 6979/1.