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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Die instrumentellen Grundlagen.

stammt, ersehen werden (Bild 34 und 35). Das Sehinzeug-Hauptgerät setzt sich demnach aus folgenden Teilen zusammen: Spindel, Höhenkreis mit Senkel und Schnurzugalhidade, Kompaßring und Setzplatte.

Bild 34. Schinzeug mit vollständigem Zubehör aus Hallstatt aus der Zeit um 1709.

Die Spindel wurde, wie aus Bild 35 ersichtlich ist, in ein gedrechseltes Holzstück mit zwei Ösen eingeschraubt, woran dann noch zwei oder drei Holzstäbe angeschraubt wurden und so zusammen ein Stockstativ ergaben. Das Schinzeug-Hauptgerät

wurde in folgender Weise zusammengestellt: Auf die in den obersten Holzstab eingeschraubte Spindel wurde zuerst der Kompaßring aufge­schoben, auf diesen die biskottenförmige, vorne abgeschrägte Setzplatte gelegt und nun der Höhenkreis mit dem Senkel und der Schnur­zugalhidade aufgesteckt und an das Spindel­ende angeschraubt, so daß er entgegengesetzt dem Kompaßringe stand. Das Hauptgerät war somit, nach Einsetzen eines Kompasses in den Bing, zum Verschinen fertig. Die Ablesung der Bussole erfolgte mittels einer an der Setzplatte angebrachten Strichmarke. Die Setzplatte diente offenbar zum zeitweiligen Auf setzen einer Setzwaage, wie eine solche auch bei diesem zweiten Hallstätter Schinzeug vorhanden ist. Der Höhenkreis des Schin- zeug-Hauptgerätes ist in 2x90° geteilt, mit Null an der Waagrechten beginnend. Der dazugehörige Kompaß fehlt, ebenso fehlen zwei Zirkel. Der Kompaß scheint in Stunden geteilt gewesen zu sein. Das Nebengerät des Schinzeugs ist recht einfach ausgebildet, es besteht aus einem Senkel mit einem kleinen Haken zum Schnureinhängen und einem darunter be-

Bild 35. Schinzeug-Haupt- und Neben­gerät, aufgestellt.