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Die instrumentellen Grundlagen.
als auch solche in viereckigem Einschluß (Schwazer Bergbuch, Bild 4, 5 und 6). Es waren somit damals schon, wie auch früher ausgeführt worden war, sog. Anhaltekompasse nach C. Krause oder Handkompasse, wie ich sie genannt habe, im österreichischen Markscheidewesen in Gebrauch. Kompaßdarstellungen auf österreichischen Grubenkarten aus späterer Zeit, aus den Jahren 1577, 1616 und 1651, in quadratischem oder rechteckigem Gehäuse, zum Teil schön verziert, sind uns ebenfalls überliefert. 1
Vom Anhalten des Kompasses an eine zwischen zwei Kompaßstühlen befestigte oder am Gestein angehaltene Schnur bis zur Verwendung von Verziehschrauben und Aufhängen des Kompasses an der Schnur waren zwei Ge-
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Bild 41. Hängekompaß mif Doppelbügelaufhängung aus der Zeit um 1730—1750.
(*l 10 der nat. Größe.)
Bild. 40. Hängekompaß mif Doppelringaufhängung aus der Zeit um 1740—1750.
( 4 / 7 der nat. Größe.)
dankengänge notwendig oder zwei getrennte, gleichwertige Erfindungen. Wann, wo und von wem die Verziehschrauben erfunden wurden, ist unbekannt. Wahrscheinlich geschah dies um 1600 herum. 2
Die Neuerung und Erfindung Balthasar Rösslers, den Setzkompaß in einen Hängekompaß umgewandelt zu haben, muß ziemlich umwälzend im damaligen Berg- und Markscheidewesen gewirkt habe. Daß Rösslers Neuerung gut und
1 F. Kirnbauer, Die ältesten Dokumente deutschen Markscheidewesens, in: Montan. Rundschau. 27. Jg., H. 20, S. 1—6, Wien 1935.
2 N. Voigtel bildet 1686 auf Tafel 1, S. 16, seiner „Geometria subterranea“ eine Verziehschraube mit walzenförmigem Körper und kleinem Kopf daran ab.