Winkelmessung.
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Einen ähnlichen wie diesen beschriebenen Kompaß bildet v. Andrian 1 in seinem Werk, „Die Altausseer“ ab. Dieser Ausseer Hängekompaß ist signiert und stammt aus der Meisterwerkstätte des Vergeschworenen Mathias Grill aus dem Jahre 1755. Grill, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts lebte, war nicht nur Kompaßmacher, sondern verfertigte auch schön ornamentierte, mit Bein eingelegte „Bergstabl“.
Das Hallstätter Museum besitzt weiter eine aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende handschriftliche Anleitung „Die Schünn Kunst Fundamen taliter zu erlehrnen“, worin mit außerordentlicher Genauigkeit u. a. ( auch die Hängekompasse in Tuschzeichnung dargestellt sind, von denen zwei den bisher beschriebenen Hallstätter Kompassen sehr ähnlich sehen. 2 In der Schrift, die den Haupttitel „Beschreibung der Geometerischen Kunst und Instroment“ trägt, wird unter dem „Puncta zur Schünn Kunst nothwendig zu wüssen“, u. a. angeführt: ,,ADill man aisbann fcfyünen in ben Berg auf einen Durd]= fdjag, fo fang mann bey einem gelegenfamben IDecfyfl an . . . bie Schnüre ausge 3 ogen gegen . . .
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Auch in der Leobener Lehrkanzel 3 findet sich ein als Salzkammergutarbeit anzusprechender, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammender Hängekompaß in rechteckigem Nuß- holzgehäuse mit Beineinlegearbeit. Die Größe aller dieser Kompasse ist etwa 120x70xl5mm.
Dieser Leobener Kompaß hat gleichständige kurze Aufhängehaken und einen aus Zinn gefertigten Stundenring mit rechtsinnischer Teilung.
Alle diese im vorstehenden genannten Hänge - kompasse aus dem 17. und 18. Jahrhundert legen ob ihrer kunstvollen, ausgeglichenen Ausführung Zeugnis ab von dem Kunstsinn und der Kunstfreude dieser Zeit, in der die Handwerker eine Ehre darein - setzten, auch Künstler zu sein.
Ein sehr beachtenswertes und wichtiges Zwischenglied in der Weiterentwicklung der Hängekompasse stellt nun ein im Technischen Museum in Wien 4 befindlicher Hängekompaß mit langen, abwechselnd gleich- und gegenständigen Aufhängehaken dar (Bild 45). Er besteht aus einem 113x70 mm messenden, rechteckigen Kompaßgehäuse aus Holz, dessen Oberseite durch eine schön gravierte dünne Elfenbeinplatte belegt und dessen Unterseite von einer sehr geschmackvollen Einlegearbeit in Holz und Elfenbein geschmückt ist. Auch
1 F. v. Andrian, Die Altausseer. Abb. 57, Wien 1906.
2 F. Morton, 1. c., S. 84.
3 Inv.-Nr. VC 33.
4 Inv.-Nr. 9676/2.
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Bild 45 Hängekompaß mit abwechselnd gleich- und gegenständigen Authängehaken von Simon Oberhäuser zu Schwaz aus dem Jahre 1748.