Winkelmessung.
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Das rechteckige Holzgehäuse, in das in eine entsprechende kreisrunde Ausnehmung in der Mitte der Kompaß eingesetzt wird, hat eine Größe von 115x77x X 15 mm und ist mit schöner Beineinlegearbeit versehen, die überdies noch mit schmückenden Gravierungen, dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend, sehr hübsch verziert ist. Selbst die Unterseite des Kompaßgehäuses ist staunenswert prächtig ausgeführt. Sie ist ebenfalls in mühsamer Einlegearbeit Holz-Bein in Holz hergestellt und stellt einen achtzackigen Stern in ornamental-verziertem rechteckigem Rahmen dar, für sich allein ein kleines Kunstwerk bildend! Die Längsund Querseiten des hölzernen Kompaßgehäuses sind schließlich mit schön gravierten Beinplättchen versehen. Eine Längsseite trägt in Bein graviert die Inschrift:
Johann Oberhäuser Von Schwz Aho 1754
Somit kennen wir auch den Namen und Ort des Herstellers des Kompasses und müssen bewundern, mit wieviel Kunstfertigkeit und Kunstsinn, Zeit und Liebe zur Sache Johann Oberhäuser, der wahrscheinlich nicht nur Instrumentenmacher, sondern auch Markscheider im alten Tiroler Silbererzbergbau zu Schwaz war, sein Meßgerät angefertigt hat.
Die Aufhängevorrichtung des Kompasses besteht schließlich aus einem rechteckigen Rahmen aus Messingblech in den Maßen von 120x80 mm, und ist mit einem achsial angeordneten, beweglichen Aufhängebügel versehen, an dem zwei gleichständige Aufhängehaken befestigt sind. Ohne Aufhängevorrichtung konnten daher Kompaß und Holzgehäuse zum Zu legen verwendet werden. Dieser Kompaß
von Johann Oberhäuser stellt somit eine Kardanaufhängung dar.
Zum dritten Male begegnet uns nun der Name eines Kompaßmachers Oberhäuser in einem uns durch eine Zeichnung Riedls überlieferten Hängekompaß aus Bleiberg (Bild 47). Aus mündlichen Mitteilungen, die mir zukamen, ist es sogar wahrscheinlich, daß sich dieser Kompaß noch heute dort vorfindet. Es handelt sich um einen Kompaß in quadratischem Gehäuse und daran befestigter Zulegeplatte, der einen quer zur Schnurrichtung angeordneten, beweglichen Aufhängebügel besitzt, der seinerseits wiederum beweglich an einem Holzstäbchen mit gleichständigen Aufhängehaken befestigt ist. Auf diesem Stäbchen ist der Name des Verfertigers und Erfinders „Ernest Beregrin Oberhäuser zu Hall“ angegeben. Es scheint sich somit um eine ganze Markscheider- oder Instrumentenmacherfamilie oder zumindest um drei Brüder gehandelt zu haben, da uns die Namen Simon, Johann und Peregrin Oberhäuser, die ersten beiden zu Schwaz, der letztere in Hall in Tirol, aus der Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts, auf Kompassen überliefert
Bild 47. Hängekompaß aus Bleiberg von Ernest Beregrin Oberhäuser zu Hall in Tirol aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
( x / 5 der nat. Größe.)