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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Die instrumeiitellen Grundlagen.

scheider mit ihren Instrumenten dargestellt sind. Das Hauptinstrument dieser Markscheidergruppe ist ein auf einem etwa 1,60 m hohen Dreifuß auf gestellter Kompaß mit seitlich angebrachtem Abschauen, woran außerdem ein lotrecht be­festigtes geometrisches Quadrat mit Senkel zu sehen ist. In die Reihe der Ziel­kompasse gehört weiter ein im Technischen Museum zu Wien 1 befindlicher Setzkompaß mit mittig angebrachtem Abschauen, der aus der Zeit um 1760 stammt (Bild 58). Dieser Kom­paß ist insofern bemerkenswert, als er in eine obere Messingplatte einsetzbar, diese aber mit 4 Füßchen auf einer tieferen und etwas größeren Setzplatte befestigt ist, so daß mit ihm so­gleich auch Zulegearbeiten ausgeführt werden können. Die Teilung des Kompasses ist, da seine Ziellinie mit ihm fest verbunden ist, wider- sinnisch in 1X 24 Stunden erfolgt, jede Stunde ist in 8 Achtelstunden unterteilt. Die Ränder des Kompasses und der Zulegeplatte sind gra­viert. Die Bodenplatte der Bussole ist aus Silber.

Fine weitere Ziel bus sole mit einem festen und einem auf einem Alhidadenarm drehbar angeordneten Abschauen, aus Bleiberg in Kärnten und etwa aus der Zeit um 1780 stammend, überlieferte uns Bergrat Riedl auf einer Zeichnung (Bild 59). Der halbkreisförmige Grundkreis ist beiderseitig in 180° geteilt, die beiden Alhidaden-

Bild 58. Setzkompaß mit Abschauen aus der Zeit um 1760.

Bild 59. Zielbussole aus Bleiberg aus der Zeit um 1780.

( 2 I 3 der nat. Größe.)

ablesefenster besitzen einen Nonius. Die Abschauen sind umklappbar. Die Ziel­bussole, die wahrscheinlich mittels einer Hülse auf einem Zapfenstativ aufgestellt werden konnte, ist deshalb beachtenswert, weil zu ihr eine noch zu besprechende

lnv.-Nr. 249/7.