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Die instruinenteilen Grundlagen.
Zahnkreistheodolits von Heyde stellen endlich der im Weltkrieg (1915) verwendete Ballontheodolit von Hartmann und Braun, sowie in aller jüngster Zeit verschiedene Meßinstrumente an F1 ugzeugahwehrgeschiitzen dar.
Winkelweiser.
Kehren wir wieder zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück, zur Besprechung der Winkelweiser. Diese Instrumente sind bekanntlich eine Erfindung Nicolaus Voiotels, der in seinem schon mehrmals genannten Werke „Geometria subterranea"
aus dem Jahre lÜStt (S. 25) schreibt:
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Bild 62. Winkelweiser aus der berausgebradpe Cadüer^abl abaeben fan."
Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der Winkel weiser war somit ein Instrument, das hauptsächlich zum Zu 1 egen der Risse obertags und in natürlicher Größe diente und insbesondere bei windigem Wetter gute Dienste leistete. Ein hölzerner oder metallener Arm von etwa 25 cm Länge kann um eine kurze waagrechte Achse auf- und niedergekippt und in jeder Lage festgeklemmt werden. Die waagrechte Achse ruht in einem Lager, das seinerseits um eine lotrechte Achse drehbar ist. An den beiden Enden des Armes oben befindet sich eine Zielvorrichtung in Form eines Abschauens, unter diesem, der Zielachse gleichgerichtet, ist eine Schnur oder Saite straff gespannt, woran dann ein Hängekompaß oder auch ein Gradbogen gehängt werden kann.
Der Winkelweiser allein ist nur ein einfaches markscheiderisches Hilfsgerät, mit dem Hängekompaß zusammen bildet er aber gleichsam eine mit einem Abschauen versehene Zielbussole und ist somit hier zu besprechen. Obwohl der Winkelweiser eine Erfindung des Mannsfeldischen Kupferschieferbergbaus ist — Voigtel war dort Zehendner, Bergvogt und Markscheider —, scheint sich das Instrumentchen rasch in alle Bergreviere Deutschlands verbreitet und auch in Österreich Eingang gefunden zu haben, da es in drei Stücken in der historischen Instrumentensammlung der
1 Halten = Halden.