Winkelmessung.
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treter dieser Gattung, darunter einen Fernrohrkompaß von C. E. Kraft , 1 einem in Wien um die Mitte des vorigen Jahrhunderts lebenden Mechaniker. Das Instrument besteht aus einer Bussole von 86 mm Durchmesser mit widersinnischer Gradteilung und der Bezeichnung Ost und West vertauscht, wie bei heutigen Geologenkompassen; an der Bussole ist seitlich ein Fernrohr angebracht. Ein Gradbogen mit Aufhängeösen, in dieser Form einmalig und schon früher genannt, gehört dazu. Fernrohrkompaß und Gradbogen sind in einer Holzschachtel untergebracht und wurden offenbar auf einem Stativ aufgestellt und bei untergeordneten Messungen angewandt.
Bussolen theodolite.
Im Jahre 1854 baute Julius Weisbach seinen ersten, 16 Jahre später seinen zweiten Bussolentheodolit. 2 Heute sind Magnettheodolite mit fester oder aufsetz barer Bussole aus den Werkstätten zahlreicher Firmen im Handel und stehen nicht nur im Gebrauch des Forstmannes, sondern auch, wenn auch seltener, in der Hand des Markscheiders in Verwendung. Deklinatorien, wie von Schmidt-Neumayer oder von Fennel oder Borchers Magnetkollimator dienen magnetischen Feinmessungen im Markscheidewesen, denen im übrigen in letzter Zeit wiederum erhöhte Beachtung zugewendet wird.
Wenn wir nun abschließend die besprochenen Bussoleninstrumente betrachten, so können wir eine Entwicklungsreihe V finden, die bei Reinholds Visierkompaß beginnt, über den Hallstätter und Wiener Setzkompaß mit Abschauen, N EiGENFEiNDsche Zielbussole und Winkel weiser zu den Bussoleninstrumenten von Huber, Rittinger und Luschin führt. Die Reihe der mit Dioptern ausgestatteten Bussoleninstrumente wird dann durch solche mit einem Fernrohr versehenen Instrumente abgelöst, die zeitlich zwar zurückgreift, aber entwicklungsorganisch anschließt und durch den Fernrohrkompaß von Kraft und die Bussolentheodolite von Weisbach als älteste und solche neuzeitlicher Bauart als jüngste gebildet wird. (Entwicklungsreihe V, Bussoleninstrumente.)
Allen genannten Bussoleninstrumenten ist, wie noch kurz erwähnt werden soll, der Meßvorgang gemeinsam, denn jede Ablesung ergibt sofort das magnetische Streichen.
Zielinstrumente ohne Bussole.
Wie in den einleitenden Worten zum Abschnitt der „Bussoleninstrumente“ dargelegt wurde, wurden diese bloß als eigene Gruppe unter den Zielinstrumenten zusammengefaßt und gesondert besprochen. Es erübrigt sich daher nun, auf alle übrigen markscheiderischen Zielinstrumente, die keine Bussole besitzen, zurückzukommen und, soweit sie sich in ostmärkischen Sammlungen befinden, zu besprechen.
Geometrisches Quadrat mit Abschauen.
Das geometrische Quadrat mit Abschauen stellt eines der ältesten Instrumente in der Hand des Markscheiders und Feldmessers dar. Als selbständiges Instrument
1 Lehrkanzel für Markscheidekunde, Leoben, Inv.-Nr. VC 23.
2 Näheres über beide Theodolite bei P. Wilski, Markscheidekunde II., 1. c., 8. 123.