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(Bild 90), die einen Instrumentenmacher Jodocus Deens zu Wien zum Verfertiger hat, ist der Vollständigkeit halber noch hinzu weisen. Es ist die Wahrscheinlichkeit naheliegend, daß beide Geräte von ein und demselben Mechaniker stammen.
In die Reihe der Setzwaagen gehören schließlich auch noch die sogenannten „Setzgradbögen“, wie sie uns mehrfach aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überliefert sind.
Wird ein Gradbogen mit einer Standleiste oder mit zwei Füßen versehen, so entsteht daraus ein Setzgradbogen. Solche Instrumente wurden im 18. Jahrhundert gerne zum Messen des Einfallens von Gängen und des Verflächens von Schiefern verwendet. Trat zum Setzgradbogen ein Abschauen hinzu, so konnten Zielungen damit ausgeführt werden.
Die Leobener historische Instrumentensammlung der Lehrkanzel für Markscheidekunde besitzt einen derartigen Setzgradbogen mit Abschauen 1 (Bild 81). Er ist aus Messing verfertigt, in 2x90° geteilt und besitzt zwei über den beiden Standfüßen angeordnete Querlamellen mit Schauschlitz und Haar. Das Instrumentchen stammt etwa aus der Zeit um 1750.
Eine Weiterentwicklung des einfachen Setzgradbogens mit Absehen stellt schließlich ein im Technischen Museum zu Wien befindlicher Setzgradbogen mit Doppelabschauen dar, 2 der im folgenden kurz beschrieben werden möge (Bild 82). Das Instrument stammt aus Ball in Tirol und ist für die Zeit um 1780 anzusetzen.
Auf einer 450 mm langen Holzleiste ist, um eine waagrechte Achse kippbar, ein Setzgradbogen von 280 mm Durchmesser befestigt, der an seinen Enden je ein kleines messingenes Abschauen trägt. Der Höhenkreis ist eigenartigerweise aus Pappendeckel angefertigt und in 2 X 90° geteilt, wobei die Bezifferung mit Null an der Lotrechten beginnt. Die unmittelbare Ablesung am Gradbogen beträgt 30'. An den beiden Enden der Standleiste des Setzgradbogens sind zwei große, lotrecht stehende Absehen angebracht, die aus Holz verfertigt sind und von denen das eine einen Schauschlitz, das andere ein Haar trägt. Von den beiden kleinen Abschauen, die an der Oberkante des Gradbogens angebracht sind, trägt das eine ein Schauloch, das andere ein Ziel-
Bild 82. Setzgradbogen mit Doppelabschauen aus der Zeit um 1780.
Bild 81. Setzgradbogen aus der Zeit um 1750, samt Seitenansichten.
f 1 /« der nat. Größe.)
1 Inv.-Nr. VC 59.
2 Inv.-Nr. 9675.