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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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(Bild 90), die einen Instrumentenmacher Jodocus Deens zu Wien zum Verfertiger hat, ist der Vollständigkeit halber noch hinzu weisen. Es ist die Wahrschein­lichkeit naheliegend, daß beide Geräte von ein und demselben Mechaniker stammen.

In die Reihe der Setzwaagen gehören schließlich auch noch die sogenanntenSetzgradbögen, wie sie uns mehrfach aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überliefert sind.

Wird ein Gradbogen mit einer Stand­leiste oder mit zwei Füßen versehen, so entsteht daraus ein Setzgrad­bogen. Solche Instrumente wurden im 18. Jahrhundert gerne zum Mes­sen des Einfallens von Gängen und des Verflächens von Schiefern ver­wendet. Trat zum Setzgradbogen ein Abschauen hinzu, so konnten Zielungen damit ausgeführt werden.

Die Leobener historische Instrumentensammlung der Lehrkanzel für Mark­scheidekunde besitzt einen derartigen Setzgradbogen mit Abschauen 1 (Bild 81). Er ist aus Messing verfertigt, in 2x90° geteilt und besitzt zwei über den beiden Standfüßen angeordnete Querlamellen mit Schauschlitz und Haar. Das Instru­mentchen stammt etwa aus der Zeit um 1750.

Eine Weiterentwicklung des einfachen Setzgradbogens mit Absehen stellt schließ­lich ein im Technischen Museum zu Wien befindlicher Setzgradbogen mit Doppelabschauen dar, 2 der im fol­genden kurz beschrieben werden möge (Bild 82). Das Instrument stammt aus Ball in Tirol und ist für die Zeit um 1780 anzusetzen.

Auf einer 450 mm langen Holzleiste ist, um eine waagrechte Achse kippbar, ein Setzgradbogen von 280 mm Durchmesser befestigt, der an seinen Enden je ein kleines messingenes Abschauen trägt. Der Höhen­kreis ist eigenartigerweise aus Pappendeckel angefertigt und in 2 X 90° geteilt, wobei die Bezifferung mit Null an der Lotrechten beginnt. Die unmittelbare Ablesung am Gradbogen beträgt 30'. An den beiden Enden der Standleiste des Setzgradbogens sind zwei große, lotrecht stehende Absehen angebracht, die aus Holz verfertigt sind und von denen das eine einen Schauschlitz, das andere ein Haar trägt. Von den beiden kleinen Abschauen, die an der Oberkante des Gradbogens angebracht sind, trägt das eine ein Schauloch, das andere ein Ziel-

Bild 82. Setzgradbogen mit Doppelabschauen aus der Zeit um 1780.

Bild 81. Setzgradbogen aus der Zeit um 1750, samt Seitenansichten.

f 1 /« der nat. Größe.)

1 Inv.-Nr. VC 59.

2 Inv.-Nr. 9675.