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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Längen- und Winkelauftraggeräte.

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schmack der Zeit folgend auch öfters schmückend graviert wurden. Pikiernadeln dienten zur Festhaltung der Punkte, so wie heute, auch schon in früherer Zeit. Unter denWinkelauftraggeräten sind hingegen mehrere Entwicklungs­formen, zweischenkelige Winkelauftraggeräte und Winkelscheiben, festzustellen. Diese sollen daher näher besprochen werden.

Winkelauftraggerät aus dem Jahre 1595.

Das älteste mir bekannt gewordene Winkelauftraggerät wird in der Lehrkanzel für Markscheidekunde zu Leoben aufbewahrt. 1 Es ist äußerst kunstvoll gearbeitet und deshalb von hohem Seltenheitswert; es stammt aus dem Jahre 1595 und trägt neben dieser Zahl noch die Initialen des Verfertigers,H. Gr., in Bein graviert. Das Gerät (Bild 87, 88 und 89) stammt laut einer Eintragung im Leobener Instru­mentenverzeichnis aus Klagenfurt. Es be­steht aus zwei hölzernen, mittels einer Messingscharniere miteinander verbun­denen Winkelschenkeln und einem messin­genen Viertelkreisbogen zum Zwecke der Winkeleinstellung. Dieser Bogen, der 10 mm breit und 2,5 mm stark ist, ist im unteren Winkelschenkel starr befestigt und wird vermittels einer rechteckigen Ausnehmung durch den oberen beweg­lichen Winkelschenkel reibungslos geführt.

Der Viertelkreisbogen ist auf der Vorder­seite in 12 Halbstunden geteilt, jede Halb­st linde noch in 16 Teile, so daß die unmittel­bare Ablesung oder Einstellung 1 / 16 Halb­stunde beträgt, kleinere Winkel bis x / 64 Halbstunde jedoch noch geschätzt werden können. Die Rückseite des viertelkreisförmigen Winkelbogens ist in 90 Grade geteilt, die unmittelbare Ablesung beträgt 1 Grad, die Schätzungsmög­lichkeit x / 4 Grad. Die beiden Winkelschenkel sind prächtig gearbeitet und stellen dem Kunstsinn des unbekannten Markscheiders und Verfertigers das allerbeste Zeugnis aus. Das verwendete Holz ist von dunkelbrauner Farbe und vermut­lich Eibe oder ein exotisches Edelholz. Sowohl die beiden Längsseiten beider Mittel­schenkel als auch ihre Ober- und Unterseiten tragen reichgravierte, in den Farben wunderbar zueinander abgestimmte Beineinlegarbeiten, die von bedeutsamem Ver­ständnis und von beachtenswerter kunsthandwerklicher Formenschönheit des Ver­fertigers zeugen. Die teils dunkelbraungrün, teils hellrot ausgeführten Gravuren und roten Ziffern auf hellem Bein heben sich vom umgebenden dunkelbraunen Holz der Winkelschenkel mit vollendeter Klarheit ab. Die Vorderseite der beiden Winkel­schenkel trägt an den einander zugekehrten Rändern eine Zollteilung zum Aufträgen von Längen. Die Teilung ist 11 Zoll je 24,85 mm lang, jeder Zoll ist noch in 8 Teile

2 Inv.-Nr. VC 60.

Bild 87. Winkelauftraggerät aus dem Jahre 1595, Eisenerzer Kompaß mit Nadelklemmung aus derZeit um 1650, Setzgradbogen um 1750.

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