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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
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Die instrumentellen Grundlagen.

Um nochmals auf die Bezifferungsrichtung der Kompaßstunden zurückzu­kommen, so sei kurz festgehalten, daß bei Kompassen mit beweglichem Zeiger die Teilung mit dem Uhrzeiger lief, bei Kompassen mit festem Zeiger jedoch die Be­zifferung entgegengesetzt dem Uhrzeiger angebracht werden mußte, um eine richtige Ablesung zu ermöglichen. Schinzeuge mit Setzkompassen mußten daher rechtsinnische Bezifferung, Hängekompasse z. B. dagegen widersinnische Be­zifferung aufweisen.

Der Vollständigkeit halber wäre noch bei der Winkeleinteilung inStunden die Unterscheidung inBergstlinden undwahre Stunden zu erwähnen. Unter Bergstunden verstand man im 17. und 18. Jahrhundert die vom Kompaß unmittel­bar erfolgte Ablesung der Winkel in Stunden und Minuten, unterwahrer Stunde dagegen den unter Berücksichtigung der Mißweisung errechneten Winkel oder das nicht mehr magnetisch, sondern astronomisch orientierte Streichen einer Lager­stätte.

b) Halbstunden.

Der Kreisumfang wird in 48 gleiche Teile geteilt. Die Bezifferung kann durch­laufend von 1 bis 48 oder in 4x12Halbstunden erfolgen.

Bei der Betrachtung der Schinzeuge stieß ich auf die verwunderliche Tatsache, daß mit einer einzigen Ausnahme der Höhenkreis sämtlicher Schinzeuge nicht Normalstunden in Einteilung und Bezifferung, sondern eine doppelt kleinere Winkelteilung auf weist, die ich daher sinngemäßHalbstunden nenne. Die Beziffe­rung des Halbkreises ist meist, an der Waagrechten mit Null beginnend, in 2x12 Halbstunden vorgenommen, eine Unterteilung der Halbstunde in 4 oder 8 Teile ist ebenfalls üblich. Erstmalig tritt uns dieseHalbstundenteilung bei den beiden ältesten, aus der ersten Hälfte des. Jahrhunderts stammenden Schinzeugen mit dem gotischen Senkelkäfig (Bild 28 u. 29) entgegen. Die Teilung ist also sehr alt. Auch die aus dem Jahre 1541 stammende Neudorfer Wachsscheibe 1 (Bild 9) ist in 48 (aller­dings unbezifferte) Teile geteilt. Unter den mir bekanntgewordenen Setzkompässen weist nur ein einziger, zur Schinzeugmessung dienender Einbussolenkompaß aus Hall in Tirol eine Teilung des Kreisumfanges in 48Halbstunden auf. Es ist somit ersicht­lich, daß zur Zeit der Schinzeuge hauptsächlich nur Höhenwinkel mitHalbstunden, ab und zu jedoch auch Lagewinkel mit dieser Winkelteilung benannt und gemessen wurden. Als Grund der verschiedenen Winkelmaße (Lagewinkel inNormalstunden,

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Anmerkung: Die Alten schrieben, wie aus Bild 96 ersichtlich,stähl statt stahl, das ä wurde jedoch wie helles a ausgesprochen;tliennkh lianndt = linke Hand.

1 F. Kirnbauer, Wachsseheibenmethode, 1. c. 9. W. Nehm, Markscheidewesen aus dem Harz, 1. c., 8. 40. 1934.