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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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W inkelteilungen.

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Höhenwinkel inHalbstunden) dürfte meines Erachtens nur das Bestreben, eine Unterscheidung bereits in dersprachlichen Benennung zwischen Lage- und Höhen­winkeln zu besitzen, anzunehmen sein.

c) Doppelstunden.

Als Gegenteil der Halbstunden müssen dieDoppelstunden aufgefaßt werden. Der Kreis ist hier in 12 gleiche Teile geteilt. DieDoppelstunden treten uns im deutschen Markscheidewesen nur einmal entgegen, nämlich als Kreisteilung an der aus dem Jahre 1779 stammenden ZoLLMANNschen Scheibe. 1 DieZoLLMANNsche Scheibe für Markscheiderei ist ein aus Deutschböhmen stammendes Visierinstru­ment. Der Vorteil der Kreisteilung in Doppelstunden ist nicht erkennbar.

d) ,,Kleine Stunden.

Änlich wie auf dem Gebiete der Längenmaße, wo im ausgehenden Mittel- alter und zu Beginn der Neuzeit jedes Land und fast jede größere Stadt Mittel­europas eigene Größen und Benennun­gen aufwiesen, muß es auch auf dem Gebiet des Markscheidewesens bestellt gewesen sein. Nicht nur die einzelnen Lachter undKlafter eines Berg­reviers waren untereinander verschieden anders im Harz als im Erzgebirge, wieder anders im Salzkammergut als in Tirol, auch die Winkelteilungen muß sich zu damaliger Zeit oft ein Markscheider selbst an seinem Schinzeug aus­gedacht haben. So weist nämlich unter den zahlreichen mir bekanntgewordenen Schinzeugen nur ein einziges, aus Aussee aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammendes Schinzeug 2 eine Höhenkreisteilung auf, die, da der Kreis in 36 gleiche Teile geteilt ist, am besten Teilung inKleine Stunden genannt werden muß. Es ist selbstverständlich kein Vorteil in dieser Art von Höhenkreisteilung eines Schin- zeuges zu erkennen, sie kann, wie im vorhergehenden gesagt wurde, nur auf die im Maßwesen zu damaliger Zeit im allgemeinen herrschende Anarchie und die ziemlich klar erkennbare Absicht der alten österreichischen Markscheider, eine Unterscheidung zwischen den Maßen der Lage- und Höhenwinkel zu schaffen, zurückgeführt werden.

e)Sonderstunden.

Dieser Name ist nötig für Stunden, bei denen der Kreis in 32 Teile geteilt ist. Diese Teilung ist sehr selten, muß aber immerhin in einzelnen Bergbaurevieren durch längere Zeit hindurch gebräuchlich gewesen sein, da mir auch eine Winkelscheibe (Bild 97) mit dieser Teilung, die ichSonderstunden zum Zweck der Unterschei­dung von den vorher besprochenenStundenteilungen nenne, bekannt ist. 3

1 Technisches Museum Wien. Inv.-Nr. 9670.

ä Auf einer Zeichnung Riedls, Blatt 6.

3 Lehrkanzel für Markscheidekunde, Leoben, Inv.-Nr. C 61.

Geschichte der Technik, 7. Heft. 9

Bild 97. Halbkreis-Winkelscheibe aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Tei­lung des Halbkreises in 12 (Normal ) Stun­den und 16 Sonderstunden.

( s h o der nat. Größe.)