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1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
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Die kulturelle Stellung des Markscheiders.

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nachbarter Gruben die Feldgrenzen unter Tage festzulegen und das in der Nähe des Durchschlages anstehende Erz dem rechtmäßigen Besitzer zuzusprechen.

Die Bergrichter waren damals staatliche Beamte in Österreich. Von den Mark­scheidern kann nicht einwandfrei angegeben werden, ob sie in staatlichen Diensten standen oder jedesmal für ihre Tätigkeit von Gewerken oder Bergbautreibenden ent­lohnt wurden. Jedenfalls waren die alten Tiroler Markscheider dem Landesherrn vereidigte Beamte, wie aus folgendem Markscheider-Eid, den die Ferdinandeische Bergordnung vom Jahre 1533 bringt, bezeugt:

Der ££. artifel.

P e r g f 5 d} t n n e r s 21 y b.

3& roerbet gelobn ortb fcfyroeren beut allerburd)leüd}ttgtftn, <5ro§med}tigiften 5i;rftn rmb bjerrn, fyerrn 5erbtnanben, Römifcfpt 3U pungent urtb Böhmen £. Kljünig, <£rtp Ijerfcogeit 3U 0fterreid} £. unfernt allergenebigften fyerrn, bas 3f? r roellet 3^r* mifd}n Kfyü. ZTTat. aud} ber (Sroercffyen rmb Bergfroercf) rtufc urtb aufnemert beftes fletß furbern, fdjabert irarnen urtb roenben. IPo 3 r aud} *> on angeregtem öbriftem Bergf* maifter, and} ben 23ergfrid}tern, auf 21ed}tlid} erfantnus, ober guetlid} 3uegeben, Sd}imt, £yfen, pfföcft? für3ubringen ( ober yemant fein fdptuer r»nb maff am tag sugeben, ober gebtng ab3iihtefyen uerorbent roerbt, bas 3 r eud) 3nf?alt ber 23ergfroerd]s orb= nung in bem allem unuerroeiffltd} fyaltn, bem armen als bem Heiden 3tel}en, uub menigflid}, roas 3^ m n?ag r>nb mag gibt, basfelb uerpflögffjen, <£yfen rntb Byb= marfl} 1 fdjaljen, ben partfyeyen 3 r ntajj anhaigcn, r>nb fold} <£yfen, bamit ber umier* änbert bleibn, bey gerid}t einfd}reibn laffen, <£udj aud} barinn fain anmuettung, freunb* fd}afft, feinbfdjafft, lieb, ford}t, 2TUet, ober gab beroegen nod} oerl}inbern laffen, Sonber veben uermüg ber angetjognen Bergforbnung umb bie gebürlid} belonung, barinn uermelbt, 3tel}en, 3U feinem Bedjen fyelffen, »nb fain gefär barinn brauchen, aud} funft bie Bergfroerd}S orbnung in allen articln l}anbl}aben bjclffcrt, unb roo 3 r bie übergangen befunbt, basfelb att3aigen, unb felbft aud} nit baroiber tljuen, fonber <£ud} als airten getreroen eerlid}it 5d}inner 3Uegl}Ört, gel}orfam unb fleiffig fyaltn 2 .

In der großen Reichsorganisation Kaiser Maximilians I. waren bekanntlich die österreichischen Lande ob und unter der Enns, Steiermark, Kärnten und Krain als Niederösterreichische Länder zusammengefaßt worden. Die Ferdinandeische Bergordnung vom Jahre 1553, aus der die obige Markscheider-Eidesformel stammt, ist nun dasjenige Berggesetz, das vom Jahre 1553 ohne Abänderung bis zum Jahre 1854 in Österreich in Geltung war, wo es dann vom allgemeinen österreichischen Berg­gesetz vom 23. Mai dieses Jahres erst abgelöst wurde. Mithin war auch der Ferdi­nandeische Markscheider-Eid durch mehr als 300 Jahre in Geltung, worauf hinzu­weisen gewiß berechtigt ist. Ähnliche Eidesformeln sowie Vorschriften für Mark­scheider enthalten die verschiedenen Bergordnungen aus anderen Bergrevieren, aus

1 Bydmark = Grenzzeichen, Grenzpforte, Markscheide- oder Zwischenpunkt. Kommt bereits 1308 im Schladminger Bergbrief vor (H. Veith, Bergwörterbuch, II., S. 99).

2 Bergk Ordnung der Niderösterreichischen Lannde. Vom Jahre M.D.LIII. Neue Auflage. Wien 1839, gedruckt bey Carl Gerold. S. 114 bis 115 (Sammlung Kirnbauer). Ferdinandeische Bergordnung, Art. 200.