Ludwig Erhard.
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Als Exner den Plan eines Museums der österreichischen Arbeit weiter verfolgte, dachte er an eine Vereinigung der erwähnten technikgeschichtlichen Teilmuseen und immer wieder kam er darauf zurück, um schließlich im Jahre 1905 einen Beschluß des Kuratoriums des Technologischen Gewerbemuseums herbeizuführen, der von der Regierung die Vereinigung der vier bestehenden technischen Museen forderte.
Im gleichen Jahr begann Oskar von Miller im Alten Nationalmuseum in München die Aufstellung der Sammlungen, die eine von ihm zwei Jahre vorher auf der Hauptversammlung des Vereines Deutscher Ingenieure in München 1903
Bild 4. Ludwig Erhard mil seiner jungen Gaiiin.
ins Leben gerufene und von ihm geleitete Arbeitsgemeinschaft zustande gebracht hatte. Der Grundgedanke des Münchener Museums ist, wie Oskar von Miller in seinen ersten programmatischen Erklärungen 1903 und 1904 darlegte, ein historischer, die Darstellung der historischen Entwicklung durch Meisterwerke der Naturwissenschaft und Technik und das Museum sollte auch den Titel führen: Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik. Durch diese historische Schaustellung sollte allen Schichten der Bevölkerung Gelegenheit zur lebendigen Teilnahme an der naturwissenschaftlich-technischen Kulturarbeit geboten und so mit der Neugründung eine Bildungsaufgabe für das ganze deutsche Volk verbunden werden. Dem Gründer schien dieser weitergehende Zweck sö wichtig, daß er den Namen des Museums änderte und seit dem Jahre 1905 wird es „Deutsches Museum“ schlechthin genannt, um dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß alle Volkskreise des ganzen Deutschen Reiches daran teilhaben sollen und an seiner Schaffung mitgearbeitet haben. Das ist der wesentlich neue Gedanke, nicht mehr eine Vorbildersammlung für Fachkreise, wie die älteren Anstalten, nicht allein eine historisch-wissenschaftliche Sammlung, sondern eine volkstümliche Bildungsstätte, die wohl Wissen vermitteln und Wißbegierde befriedigen, aber vor allem