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Zur Begriffsbestimmung der Volkstechnik.
und mit Quecksilberdampfbetrieb zur Erreichung höchstmöglicher Luftverdünnung, Strahlventilatoren zum Entlüften von Räumen und als Lokomotivblasrohr zum Erzeugen künstlichen Zuges, Injektoren zum Speisen von Dampfkesseln und Ejektoren zum Auswerfen von trüben oder schlammigen Flüssigkeiten, Strahlelevatoren zum Fördern von Getreide oder sonstigem körnigen Gute in die Silos und endlich Sandstrahlgebläse zum Gußputzen oder zum Glasmattieren.
So verschiedenartig die Formen und Zwecke dieser Strahlapparate sein mögen, im technologischen Sinne sind sie samt und sonders Abkömmlinge des urtümlichen
STRAHL
APPARAT
WASSERTROMMEL
GEBLAESE
STRAHL
ZERSTÄUBER
STRAHL
LUFTPUMPE
STRAHL
VENTILATOR
INJEKTOREN u. EJEKTOREN
STRAHL
ELEVATOR
SANDSTRAHL-
GEBLAESE
Bild 7. Stammtafel der Wassertrommelgebläse.
Wassertrommelgebläses, das Della Porta schon im Jahre 1589 als eine damals längst bekannte volkstümliche Einrichtung beschrieben hat.
Laienerfindung —Fachliche Ausgestaltung.
Unter den Begriff der Volkstechnik fallen auch jene Laienerfindungen, die von begabten, aber technisch ungeschulten Volksgenossen herrühren. Nur selten gelingt es einem solchen Erfinder, der die Gesetze und Mittel der modernen Technik nicht kennt, seine Neuerung im Großen herzustellen und gewerblich zu verwerten. Selbst dann nicht, wenn auch ein entwicklungsfähiger Kern in seiner Erfindung steckt. Nur zu oft säen Laienerfinder unter harten Opfern ein Feld an, auf dem später technisch und wirtschaftlich erfahrene Fachleute ernten.
Ein Beispiel obigen Sachverhaltes bietet der vom Tiroler Gewandschneider J. Madersperger (1768—1850) erfundene Nähapparat und dessen Entwicklung zur Nähmaschine. Das Bild 8 zeigt die „Hand“ dieses aus dem Jahre 1830 stammenden Apparats, mit dem man Steppdecken in Pikiernaht herzustellen ver-