Aufsatz 
Bahnbrecher auf dem Gebiet des Geschützwesens / von Oswald Dirmoser
Entstehung
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Bahnbrecher auf dem Gebiet des Geschützwesens.

der Internationalen Industrie-Ausstellung in Paris das erste ganz aus Gußstahl geschmiedete Sechspfünder-Geschützrohr ausgestellt.

Bild 13. Erster GußstahlDreipfünder aus 1847.

Die Aufnahme der Fabrikation von Eisenbahnachsen im Jahre 1849 und die Herstellung von Eisenbahnradreifen ohne Schweißung nach Krupps epochemachen­dem Patent seit 1853 waren für die Entwicklung des Essener Werkes von weitest- tragender Bedeutung. Krupp verwendete die erzielten Gewinne einerseits zur Ver­größerung der Werkanlagen, anderseits zur Durchführung seiner Lieblingsidee, der gezogenen Hinterladekanone aus Gußstahl. Tatsächlich war bereits 1859 ein Ge­schütz dieser Art erbaut und erprobt, eine Bauart, die berufen war, die Allein­herrschaft auf artilleristischem Gebiete zu erringen.

Die weitere Entwicklung soll hier nur durch einige Daten.angedeutet werden:

1859/60 9 cm-Hinterladungsrohr mit 6 verschiedenen Konstruktionen des Keil­verschlusses.

1862 II. Internationale Ausstellung in London: Mehrere Geschütze von 8,7 bis 22,86 cm Kaliber.

1865 Erstes 9 cm-Ringrohr; KRUPPscher Rundkeilverschluß.

1867 II. Pariser Weltausstellung: Größtes Geschütz, 1000 Pfünder (35,5 cm); Rohrgewicht 50.000 kg, Mantelkonstruktion für Feldgeschützrohre, Zentral­zündung für schwere Ringrohre.

1868 Herstellung von Lafettenwänden aus gepreßtem Stahlblech.

1870 Versuche mit Kupferführung der Geschosse.

1871 Versuche mit Bodenkammerschrapnells aus Schmiedeeisen.

1873 Weltausstellung in Wien: Größtes Geschütz, 30,5 cm-Küstenkanone L/22 (Rohrgewicht mit Verschluß 36.600 kg); ferner eine 28 cm-Haubitze in Küsten­lafette, eine kurze 26 cm-Schiffskanone, eine lange 23,54 cm-Kanone in Batterielafette für Kasemattschiffe, eine lange 21 cm-Kanone in Küsten­lafette, eine 21 cm-Belagerungskanone, eine lange 17 cm-Kanone in Ober­deckslafette, eine 15 cm-Belagerungskanone in Räderlafette, eine lange 15 cm- Schiffskanone, eine 12 cm-Schiffskanone für Verwendung in der Batterie oder auf Oberdeck, schließlich 2 Feldkanonen von 91,5 mm und 78,5 mm und eine Bergkanone von 60 mm. Die Rohre dieser Geschütze, mit Ausnahme der letzten drei, waren nach dem Ringsystem konstruiert und hatten sämtliche den KRUPPSchen Rundkeilverschluß.