Heft 
1948: Zehntes Heft
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen

80

Erich Kürzel- Runt scheiner

pen und große und kleine Gemälde. Zur Erzeugung der Vasen, Töpfe, Büsten u. dgl. ist die Wiener Porzellanmasse besonders geeignet, so zwar, daß solche Stücke nirgends um den gegenwärtigen Preis der k. k. Fabrik geliefert werden können. Unter allen Theilen der Fabrikation hat sich seit den erfolgreichen Be­mühungen des Hrn. v. Sorgenthal die Malerei am meisten hervorgetan, und es sind nach dem Urtheile aller Sachkenner die Poizellangemälde der k. k. Fabrik bis jetzt weder im In- noch Auslande übertroffen worden.

Auf den Bahnen der Volksbildung bewegt sich Alexander Niklitschek mit seinem BüchleinDie Dampflokomotive, Geschichte Bau Typen, 9 das, wie der Verfasser selbst sagt,der interessierten Laienwelt den Bau und die Funktion der Eisenbahnlokomotive wenigstens in den Grundzügen erklärt und erläutert. Dieses Ziel zu erreichen gelingt dein Verfasser nicht bloß aufs beste, er weiß das Thema nicht bloß in flüssiger Diktion ansprechend, ja geradezu spannend darzustellen, sondern er vermittelt darüber hinaus auch auf Grund seiner in langjähriger praktischer Betätigung im Lokomotivbau erwor­benen Kenntnisse dem Leser einen Einblick in all jene oft unvereinbar scheinen­den, zu Kompromissen zwingenden Überlegungen, die aus einer mehr als ein Jahrhundert umfassenden Entwicklung gewonnen wurden und von denen sich der Lokomotivbauer leiten lassen muß. Nicht nur der Jugend oder dem Nicht- techniker, auch dem Ingenieur, der nicht Gelegenheit hatte, sich mit dem Loko­motivbau im besonderen zu beschäftigen, werden 'hier neue Erkenntnisse geboten. Ein Rat jedoch sei Verfasser und Verlag gegeben: die sehr instruktiven sil­houettenartigen Lokomotivrisse sollten sämtlich in ein und demselben Maßstab abgedruckt werden!

Als erstes in der Reihe der Bücher der Gesellschaft der Filmfreunde Öster­reichs ist das vom Leiter des Lichtbilderdienstes des österreichischen Unterrichts­ministeriums Professor Dr. Adolf Hübl 1946 abgeschlossene, nur 94 Seiten um­fassende Bändchen51 Jahre Film erschienen. 10 Trotz dieses für das Thema engen Rahmens gelingt es dem sein Gebiet souverän beherrschenden Fachmann, eine erschöpfende, in blendender Sprache vorgetragene Darstellung der Entwick­lungsgeschichte des Films darzübieten, die er, etwas ungewöhnlich, aber doch sinnvoll, indrei Jahrsiebzehnte auf teilt: 1895 bis 1912 Zeitalter des Kurzfilms, 1912 bis 1929 Entstehungszeit des Großfilms, 1929 bis 1946 vom Tonfilm be­herrschte Zeit. Im Text, in dem nebeneinander kulturelle, künstlerische und tech­nische Probleme behandelt werden, fehlt naturgemäß auch nicht der Hinweis auf den technischen Film; bei der Bedeutung aber, die diesem nicht nur als Lehrmittel, sondern in letzter Zeit auch als künstlerisch eindrucksvolles Werkzeug einer vornehmen Propaganda zukommt es sei in diesem Zusammenhang nur etwa an den englischen FarbtonfilmStahl erinnert, wäre es vielleicht zu wün­schen, gelegentlich zum ThemaTechnischer Film etwas mehr zu hören, wozu

9 Niklitschek Alexander:Die Dampflokomotive, Geschichte Bau Typen, Universum Verlagsges. m. b .H., Wien, ohne Jahr (1947).

10 Hübl Dr. Adolf:51 Jahre Film. Die Bücher der Gesellschaft der Filmfreunde Österreichs, Bd. 1, Eberle-Verlag, Wien 1947.