Technikgeschichtliche Bücher schau.
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insbesondere auch das Wiener Technische Museum aus den reichen, aus lange fortgesetzter Vorführung geschöpften Erfahrungen Einiges beitragen könnte.
Unter dem Sammeltitel „Technische Handbücher für Baupraktiker“ 11 werden seit 1942 unter der Führung von Hofrat Professor Dipl.-Ing. Dr. techn. Julius Duhm, dem bewährten leitenden Fachmann der Bauabteilung der Generaldirektion der österreichischen Staatsforste eine Reihe von Bänden herausgegeben, die zu den unersetzlichen Behelfen der Praxis zählen. Diese Bände, deren bisnun erschienene der Herausgeber selbst verfaßte, brauchen dem schaffenden Bauingenieur, der sie schätzen gelernt hat, an dieser Stelle nicht erst empfohlen zu werden. Hier sei bloß darauf hingewiesen, daß aus ihnen trotz der Knappheit der Diktion, deren sich der Verfasser befleißigen mußte, hin und wiederum auch wertvolle Einzelheiten zur Geschichte des jeweils behandelten Sonderzweiges, etwa des Straßenbaues oder des Flußbaues entnommen werden können. Eine Ergänzung zu diesen Bänden, denen — von der Praxis, beinahe könnte man sagen ungeduldig erwartet — noch weitere folgen sollen, ist der ebenfalls von Hofrat Dr. Duhm verfaßte Bericht „Hochbauten und Ingenieurbauten aus neuerer Zeit“, 12 der Ausschnitte aus Planungen und bauliche Herstellungen aus dem Arbeitsbereich des 1926 geschaffenen Verwaltungs- und Betriebskörpers der österreichischen Bundesforste enthält.
Ganz anderer Art. ist die von Stefan Meyer verfaßte Arbeit „Richtig Schauen“ die — wie der Untertitel besagt — für Maler, Konstrukteure, Photographen und Bilderfreunde bestimmt ist. 13 Sie bringt viele geschichtliche Hinweise, befaßt sich in belehrender und doch unterhaltender Art mit der wissenschaftlichen Deutung der geometrisch-optischen und der dtirch Bewegung hervorgerufenen Täuschungen des Auges; ferner enthält sie Bemerkungen zum optisch-physiologischen Sehen und zur Geschichte der Perspektive. All diese Einzelheiten werden nicht bloß mit Worten erläutert, sondern auch mit zahlreichen interessanten Abbildungen belegt, deren Vorlagen aus alter, neuer und neuester Zeit stammen, denen geometrische Konstruktionen, künstlerische Bildwerke und Photos, die verblüffende Gesichte der Kamera wiedergeben, zugrunde liegen. Es ist ein wertvoller Behelf der optischen Erkenntnisse und trotzdem fesselnd auch für den Daien von der ersten bis zur letzten Seite!
1946 ist als erste Teillieferung einer Neuauflage des Standardwerkes von Josef Melan über den Brückenbau, dessen dritte Auflage 1922 bis 1927 heraus- gekommen war, der von Professor der Technischen Hochschule in Wien Dr.-Ing. Friedrich Hartmann verfaßte erste Halbband „Stahlbrücken“ posthum er-
11 Duhm Julius: „Technische Handbücher für Baupraktiker“, Bd. I, 1. Teil „Der Erdbau“; Verlag Georg Fromme & Co. in Wien, 3., umgearbeitete und erweiterte Auflage, Wien 1946. Bd. I, 2. Teil „Linienführung, Planung, Bau und Unterhaltung der Straßen und Wege“, 3., umgearbeitete und erweiterte Auflage, Wien 1947; Bd. I, 3. Teil „Stollen- und Tunnelbau“, 2., umgearbeitete und erweiterte Auflage, Wien 1947; Bd. II, 1. Teil „Der Flußbau“, Wien 1946.
12 Duhm Julius: „Hochbauten und Ingenieurbauten aus neuerer Zeit. Aus der Werkstatt der Bauabteilung der Generaldirektion der Österreichischen Staatsforste“, Verlag Georg Fromme & Co., Wien 1948.
13 Meyer Stefan: „Richtig Schauen für Maler, Konstrukteure, Photographen und Bilderfreunde“, Springer-Verlag, Wien 1947.