Heft 
1955: Siebzehntes Heft
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen

140

Fritz Sykora

soweit wir davon Kenntnis besitzen. Der Verfasser hält sich auch hier an die histori­sche Reihenfolge und beginnt bei den Metallen der Alten mit dem Gold und geht die Elemente durch bis zum Curium (96). Am Ende eines jeden Kapitels findet man jeweils den Lebenslauf der bedeutendsten darin genannten Wissenschaftler und wir Österreicher dürfen wohl mit unserem Anteil zufrieden sein. Das ausgezeichnete Buch ist sehr ausführlich und trotzdem außerordentlich flüssig geschrieben. Zahl­reiche interessante Quellen sind zitiert. Einige Grundbegriffe der Atomchemie und Atomphysik werden erklärt, irgendwelche chemische Vorkenntnisse über die Schul­bildung hinaus sind zum Verständnis nicht erforderlich. Am Schluß finden wir ein reichhaltiges Literaturverzeichnis sowie ein Namens- und Sachregister.

Wenn Brot heute verwendet wird als Synonym für Nahrung schlechthin, darf man wohl die Frage stellen: Wie lange besitzt es die Menschheit ? Wie aßen die Men­schen das Getreide vor der Entstehung des Brotes ? Eine Antwort darauf gibt Walter von Stokar in seinerUrgeschichte des Hausbrotes 11 . Seine Forschungen basieren hauptsächlich auf mikroskopisch-chemischen Analysen vorgeschichtlicher Speisereste. Selbstverständlich werden auch alte Schriften, die Hinweise auf die Ernährung enthalten, herangezogen. Sein Buch enthält auch die Geschichte der Mehlpflanzen und die Entwicklung der Mühlen sowie einiges aus der Physiologie und Chemie, soweit daraus auf die Ernährung Schlüsse gezogen werden können. Stokar kommt zu dem Schluß, daß sich die Brotsäuerung, wohl zuvor schon bekannt, erst in der Bronzezeit langsam verbreitete. Zum Brot ist der Mensch erst gekommen, nachdem er zuerst die Pflanzennahrung in Breiform zubereitete, aus dem gleichsam zufällig der Fladen entstanden war, für den bereits nicht mehr alle Mehl­pflanzen besonders geeignet erschienen. Schließlich brachte die Brotsäuerung eine weitere Beschränkung der in Betracht kommenden Ausgangspunkte mit sich, da zum Brot nur Getreide mit hohem Klebergehalt verwendet werden können. Über das Getreide selbst sagt Stokar, daßzwischen einem Getreidekorn der Latenezeit und einem etwa aus der Zeit der napoleonischen Kriege kein großer Unterschied bemerkbar sei. Erst Liebigs bahnbrechende Arbeiten haben dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Getreidezüchtung einen neuen Aufschwung gegeben. Nunmehr scheinen wir vor einer weiteren Verbesserung der Brotfrucht zu stehen. Das Buch liefert wegen der Bedeutung des behandelten Gegenstandes sowie wegen der hervor­ragenden wissenschaftlichen Exaktheit, gleichwohl aber flüssig geschrieben, einen ausgezeichneten Beitrag nicht nur zur Nahrungsmittelchemie, sondern zur Kultur­geschichte der Menschheit überhaupt.

1938 veröffentlichte Erich Stenger, der Besitzer bedeutendster photographisch­historischer Sammlungen, ein Buch überDie Photographie in Kultur und Tech­nik 12 . Dieses wurde nun wesentlich erweitert der Textteil wurde verdoppelt, der Bildteil vervierfacht als eine außerordentlich gründliche historische Arbeit unter dem TitelSiegeszug der Photographie neu herausgegeben. Einleitend werden die Anfänge und Früh versuche der Photographie bis Daguerre und Niepce,

11 Walter von Stokar: Die Urgeschichte des Hausbrotes. Johann Ambrosius Barth- Verlag, Leipzig 1951.

12 Erich Stenger: Siegeszug der Photographie. Heering-Verlag, Seebruck am Chiemsee 1950.