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1955: Siebzehntes Heft
Entstehung
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Technikgeschichtliche Bücherschau

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bzw. Talbot behandelt. Anschließend wird die Entwicklung jedes einzelnen der photographischen Hilfsmittel, z. B. der Kameras, Objektive, Verschlüsse, aber auch der Dunkelkammer, Empfindlichkeitsbestimmung usw., um nur einige der 45 Ab­schnitte zu nennen, dargestellt. Hierauf folgt die Geschichte der Unzahl von An­wendungsgebieten der Photographie sogar diespiritistische Photographie wird behandelt und als letztes großes Kapitel Betrachtungen über die Photographie als Beruf und Liebhaberei, als Kultur- und Wirtschaftsgut. Der 80 Tafeln um­fassende Bildteil bringt außer den vielseitigen Anwendungsbeispielen für die Photo­graphie von den ersten Anfängen der Daguerreotypie bis zur Aufnahme der Erde von einer Rakete aus 160 km Höhe auch die Porträts der bedeutendsten ihrer Pioniere sowie einge heitere Spottbilder auf die Photographie aus Witzblättern vergangener Tage. Außerdem sind auch in dem Textteil zahlreiche 'Abdrucke von Zeitungsanzeigen, Reklameblättern und Originalarbeiten, die die Photographie betreffen, eingestreut. Das Buch besitzt nicht nur ein ausführliches Namen- und Sachverzeichnis sowie einen Literaturnachweis, sondern es ist darüber hinaus an den Seitenrändern auf ergänzende und zugehörige Stellen im Buche selbst verwiesen. Es ist in historischer Hinsicht besonders detailliert gehalten, weniger jedoch in technisch-beschreibender Hinsicht, soferne ein Amateur etwa glaubt, aus dem Buch technische Ratschläge beziehen zu können. Das ist eine Beschränkung, die schon allein der Umfang des Buches gebietet. Die Ausführungen Stengers werden aber jedem, der sich für die Photographie und ihre Geschichte interessiert, in äußerst ansprechender Weise über alles was mit diesen Gebieten irgendwie zusammen­hängt die Kinematographie ausgenommen informieren und wohl vielen auch viel Neues bringen. Besonders erfreulich ist der Umstand, daß die Photo­graphie in diesem Buch betont dargestellt wird als die Frucht von Erfindern aus allen Kulturnationen und Österreich ist dabei unter diesen nicht die letzte.

Aus dem Bauingenieurwesen wollen wir diesmal aufA Decade of New Archi­tecture von S. Giedion 13 verweisen. Dieses Werk ist besonders für den österreichi­schen Bautechniker interessant, der während des letzten Weltkrieges vom inter­nationalen Ideen- und Erfahrungsaustausch abgeschnitten, nunmehr diese in mehr­facher Beziehung konfliktgeladene Periode an Hand einer Fülle von Bilddokumenten seiner Berufssparte aus aller Welt überblicken kann. Glücklich ist zweifellos der Umstand zu werten, daß die Herausgabe dieses Werkes unter der Ägide schweizeri­scher Neutralität erfolgte. So konnte der gelegentlich recht eigenwillige Autor auch entartete sowiebürgerlich-dekadente Bauformen in seine Sammlung auf­nehmen, wenn sie nur geeignet erschienen, ein umfassendes, getreues Bild zeit­genössischen Architekturschaffens zu vermitteln, kennzeichnend im Sinne der hohen ethischen Zielsetzung der CI AM-Organisation: positiv mitzuhelfen beim Auf­bau einer physikalischen Umwelt, welche unsere Bedürfnisse des Körpers und der Sinne befriedigt und zu einer Höherentwicklung der spirituellen Kräfte anregt. Demgemäß beanspruchen Städteplanung, Wohn- und Bürogebäude, weltliche und sakrale Lehrinstitute, Spitäler, Erholungs- und Vergnügungsräume sowie Garten­anlagen den größten Teil dieses Buches, und in einer Vielfalt, die einfach über-

13 S. Giedion: A Decade of New Architecture. Editions Girsberger, Zürich 1951.

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