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Fritz Sykora
Firma Otto & Langen und später der Mitarbeiter von Gottfried Daimler, mit dem er die ersten marktfähigen schnellaufenden Benzinmotore schuf. Wir lesen die Geschichte von der Schöpfung der Mercedes-Wagen und seinem damaligen Auftraggeber „Herrn Mercedes“, dem österreichischen Generalkonsul in Nizza, dessen Tochter dem Wagen und damit einer Firma den heute so berühmten Namen gab, von der Zusammenarbeit Maybachs mit dem Grafen Zeppelin und schließlich von der Gründung der Maybach-Motorenbau-Gesellschaft, der aber bereits vom Anfang an $ein Sohn Karl Vorstand. Wilhelm Maybach, der „König der Konstrukteure“, wie ihn die Franzosen nannten, war stets sehr bescheiden, was wohl auch dazu beigetragen haben mag, daß bis heute sein Name nur wenigen im rechten Licht erschienen ist, und er erst in späten Tagen zu Reichtum kam. Besonders interessant für den Leser ist es, wenn der Autor des Buches Maybach selbst oder seine Partner in den zahlreichen abgedruckten Briefen zu Worte kommen läßt.
In der Reihe „Große Naturforscher“ ist als Band 12 ein Buch über Oskar von Miller 18 erschienen. Es ist keine Biographie im herkömmlichen Sinne, da es neben der Schilderung von Millers Leben zu einem nicht unbeträchtlichen Teil ausgefüllt wird mit einer Beschreibung vom wohl größten Werk dieses Mannes, vom „Deutschen Museum in München“. Wir lernen zunächst Millers Vorfahren, insbesondere aber seinen Vater, Ferdinand, kennen und dann folgen schon die wichtigsten Daten der rasch aufwärtsstrebenden Laufbahn Oskar von Millers, eines Menschen, der alle in seinen Bann zog. Vor allem die Würdigung seiner Verdienste um die Elektrotechnik und schließlich die Geschichte der Gründung des Deutschen Museums. Der Stil des Buches ist außerordentlich flüssig, zahlreiche anekdotenhafte Episoden tragen das ihrige zur Belebung bei. Am Schluß ist eine Auswahl der Veröffentlichungen und Vorträge Oskar von Millers angefügt.
Es geschieht selten genug, daß ein Buch auch nach 400 Jahren noch interessant genug erscheint, um neu gedruckt zu werden. Diese Auszeichnung wurde bekanntlich dem Werke „De re metallica“ von Georg Agricola zuteil und es verlohnt sich daher wohl, den Verfasser solch eines Buches zum Leben zu erwecken. Wenn es auch schon mehrere biographische Werke über Agricola gibt, so gelingt gerade dieses „zum Leben erwecken“ Hans Hartmann 19 in sehr guter Weise. Wir sehen Agricola in seine Zeit hinein- und seinen Zeitgenossen gegenübergestellt und wundern uns, wie vielseitig dieser Mann war. Hat er doch neben seinem oben erwähnten Hauptwerk noch zahlreiche andere Schriften und Bücher verfaßt und damit unter anderem (!) ein Wissensgebiet wie wohl kein anderer vor ihm exakt beschrieben, das sich heute bereits in drei Disziplinen aufspaltet: Mineralogie, Geologie und Bergbaukunde. Und das alles wurde geschaffen von einem berühmten Lehrer der Philologie, Arzt und Bürgermeister der Stadt Chemnitz. Es ist sicherlich eine interessante Fügung, daß Agricola einen guten Teil seiner montanistischen Studien in Joachims-
18 Ludwig Nockher: Oskar von Miller. Bd. 12 der Reihe „Große Naturforscher“. Herausg. von Dr. H. W. Frickiiinger. Wissenschaftliche Verlagssgesellschaft m. b. H., Stuttgart 1953.
19 Hans Hartmann : Georg Agricola. Bd. 13 der Reihe „Große Naturforscher“. Herausg. von Dr. H. W. Frickhinger. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft m. b. H., Stuttgart 1953.