Martina Heßler
diesen Begriff einzuführen, von Tätigkeiten an Maschinen ermöglicht, erleichtert, unterstützt, verändert, verschiebt und ersetzt menschliche Tätigkeiten.
Wenn beispielsweise, wie gerade ausgeführt, Maschinen eingesetzt werden, um menschliche Arbeit zu ersetzen, oder besser, zu übernehmen, weil menschliche Tätigkeit allein nicht ausreicht, um die Arbeiten zu bewältigen, dann übernehmen Maschinen menschliche Arbeit, aber sie ersetzen nicht immer konkrete Menschen, weil auch die Menge der Tätigkeiten gestiegen ist, oder Menschen mit ihrer körperlichen Ausstattung gar nicht in der Lage sind, Tätigkeiten zu bewältigen und daher auf die Nutzung von Maschinen angewiesen sind.
Diese Nicht-Trennbarkeit von Ersetzung menschlicher Tätigkeiten durch Maschinen und menschlicher Nutzung von Maschinen ist ein zentraler Punkt, um anthropozentrische Denkweisen zu überwinden. Der Grad zwischen Ermächtigung, Entlastung und Ersetzung von Menschen durch Maschinen ist schmal und teils überlappend. Ein rein duales Denken von Menschen, die von Maschinen ersetzt werden versus Menschen, die Maschinen nutzen, reduziert diese Komplexität des Mensch-Maschinen-Verhältnisses, das immer ein verflochtenes ist.
Gleichermaßen müssen weitere gängige polare Narrative mit der Komplexität historischer Realität und menschlicher Praktiken konfrontiert werden: So etwa das Narrativ einer Ersetzung der Menschen als Befreiung von Mühsal zugunsten einer Ermächtigung versus das Narrativ ihrer Erniedrigung und ihres Überflüssigwerdens. Oder schließlich die immer wieder repetierte Erzählung, dass Menschen für Kreativität frei werden, wenn Maschinen Routinetätigkeiten vornehmen, womit ein naives Bild einer Kreativität ohne Routine gezeichnet wird.
Zu differenzieren ist stattdessen zwischen einem, meist polar und holzschnittartig argumentierenden, abstrakten Diskurs um die Spezies Mensch und den subjektiven Erfahrungen individueller Menschen. Des Weiteren ist zwischen Diskurs und Mensch-Maschine-Praktiken zu differenzieren. Gerade letztere verdeutlichen die komplexen Verflechtungen und menschlich-maschinelle Interdependenzen.
Ersetzung der menschlichen Gegenüber
Die Idee, dass Maschinen Menschen im Bereich des Sozialen ersetzen, wird öffentlich erst seit kurzem diskutiert. Bislang drehte sich die Debatte um die Ersetzung von Maschinen in der Arbeitswelt. Im Kontext jüngster Entwicklungen
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