Menschen und Roboter in Interaktion
ihre Systeme betrachtet hatte, wie zum Beispiel geschulte Instandhalterjnnen von Industrierobotern. Die Zielsetzung lag also auf effizienten automatisierten Maschinen. Mit der Vision von ko-existierenden intelligenten Servicerobotern 7 entstanden Überlegungen, wie diese gestaltet sein müssen, um für unerfahrene Nutzerjnnen bedienbar zu sein. Die Zielsetzung verschob sich zur sogenannten intuitiven, natürlichen Interaktion. Um diese zu erreichen, wurden die ersten interdisziplinären Forschungsprojekte zur Mensch-Roboter-Interaktion aufgesetzt, für die unterschiedlichste Disziplinen als relevant betrachtet wurden, u. a. künstliche Intelligenz, Robotik, Informatik, Soziologie, Entwicklungspsychologie, Kunst/Design und Mensch-Computer Interaktion. 8
Im Laufe von ca. 20 Jahren MRI-Studien hat das Forschungsfeld ein umfangreiches Korpus erstellt, das veranschaulicht, dass die menschlichen Reaktionen auf Roboter sehr komplex sind. Kiesler und Hinds 9 hielten bereits in ihrer Einführung zur Sonderausgabe „Mensch-Roboter-Interaktion“ in der Zeitschrift „Human-Computer Interaction“ fest, dass Menschen autonome Roboter anders wahrzunehmen scheinen, als die meisten anderen Computertechnologien. Was damals überwiegend noch eine Annahme war, ist seither durch empirische Befunde zum Teil untermauert worden. Ebenso wiesen dieselben Autorinnen darauf hin, dass eine angemessene Gestaltung dieser Roboter nicht nur ein tiefes Verständnis der Nutzungskontexte erfordert, sondern auch der ethischen und sozialen Überlegungen zu diesen Kontexten. Der Aufbau eines grundlegenden Verständnisses davon, wie sich unterschiedliche Designentscheidungen auf die komplexe Vielfalt menschlicher Reaktionen (u. a. kognitive, affektive, emotionale und relationale) auswirken, ist jedoch eine umfassendere Herausforderung als ursprünglich angenommen.
Das Spektrum menschlicher Reaktionen auf Roboter ist breit und wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst. Diese werden nicht nur durch das Aussehen und Verhalten des Roboters geprägt, sondern unter anderem auch durch die ihm zugewiesene soziale Rolle 10 oder durch die Einstellungen und Erwartungs-
7 Laurel Riek: The social co-robotics problem space: Six key challenges, in: Robotics challenges and vision (RCV 2013), [Berlin] 2014.
8 Terrence Fong, lllah Nourbakhsh, Kerstin Dautenhahn: A survey of socially interactive robots, in: Robotics and autonomous systems, 42 (2003), S. 143-166.
9 Sara Kiesler, Pamela Hinds: Introduction to this special issue on human-robot interaction, in: Human-Computer Interaction 19 (2004), S. 1 -8.
10 Jennifer Goetz, Sara Kiesler, Aaron Powers: Matching robot appearance and behavior to tasks to improve human-robot cooperation, in: Proceedings. RO-Man 2003. The 1 2th IEEE International Workshop on Robot and Human Interactive Communication, Milbrae, CA 2003, S. 55-60.
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