Astrid Weiss
haltungen von Menschen gegenüber Robotern 11 . Die Komplexität dieser Phänomene wird zusätzlich dadurch erhöht, dass diese Eindrücke dynamisch sind und sich im Laufe der Interaktion verändern können . 12 Darüber hinaus weisen die Reaktionen von Menschen eine erhebliche interpersonelle Variation auf. Die Reaktion auf einen Roboter hängt beispielsweise von der individuellen Expertise und dem mentalen Modell der Funktionalität eines Roboters ab , 13 ferner vom kulturellen Hintergrund des Menschen , 14 von dominanten Persönlichkeitsmerkmalen wie Intro- und Extrovertiertheit 15 sowie von psycho-sozialen Prädispositionen wie z. B. Einsamkeit 16 .
Aktuell würde ich MRI-Projekte vorrangig als transdisziplinär und nicht mehr nur als interdisziplinär beschreiben, da sie meist integrativer Natur sind und Diszi- plingrenzen überschreiten. Als eigenständige Disziplin würde ich die MRI-For- schung aufgrund der mangelnden einheitlichen Definition von Begrifflichkeiten noch nicht betrachten, worauf ich im Folgenden kurz eingehen möchte.
Begrifflichkeiten und Terminologie
In der MRI-Forschung sind noch zahlreiche Fragen offen, selbst die Frage, was einen Roboter charakterisiert, wird nicht einheitlich beantwortet. Im Kontext der industriellen Fertigung wird ein Roboter meist als intelligentes Werkzeug verstanden, dessen Konfiguration von Sensoren, Aktoren und integriertem Steuerungssystem ein erhebliches Maß an flexiblen, unabhängigen und autonomen
11 Steffi Paepcke, Leila Takayama: Judging a bot by its cover: an experiment on expectation setting for personal robots, in: Proceedings of the 5th ACM/IEEE International Conference on Human- Robot Interaction (HRI 10), Osaka 2010, S. 45-52.
12 Kerstin Fischer: Designing speech for a recipient: the roles of partner modelling, alignment and feedback in so-called 'simplified registers’, Amsterdam, Philadelphia 2016.
13 Kerstin Fischer: Interpersonal variation in understanding robots as social actors, in: Proceedings of the 6th ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction (HRI 11), Lausanne 2011,S. 53-60.
14 Lin Wang, Pei-Luen Patrick Rau, Vanessa Evers u. a.: When in Rome: the role of culture & context in adherence to robot recommendations, in: Proceedings of the 5th ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction (HRI 10), Osaka 2010, S. 359-366.
15 Kwan Min Lee, Younbo Jung, Jaywoo Kim u. a.: Are physically embodied social agents better than disembodied social agents?: The effects of physical embodiment, tactile interaction, and people’s lonely ness in human-robot interaction, in: International journal of human-computer studies, 64 (2006), S. 962-973.
16 Kwan Min Lee, Wei Peng, Seung-A Jin u. a.: Can robots manifest personality?: An empirical test of personality recognition, social responses, and social presence in human-robot interaction, in: Journal of communication 56 (2006), S. 754-772.
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