Aufsatz 
Wenn Menschen und Roboter in Interaktion treten - Beispielhafte Problemstellungen und Anwendungsgebiete eines transdisziplinären Forschungsfeldes / Astrid Weiss
Entstehung
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Menschen und Roboter in Interaktion

Aktionen ermöglicht . 17 Ein Roboter ist jedenfalls eine künstliche Intelligenz mit physikalischer Instanz und muss seine Aktivitäten mit einem Menschen im Hier und Jetzt koordinieren. Im Gegensatz zuRobotern, die nur für die Automati­sierung von Fertigungsprozessen in einer Arbeitszelle konzipiert sind, sind so­genannte kollaborative Roboter (Cobots) dafür entwickelt, neben und mit dem Menschen in der Zelle zusammenzuarbeiten. Cobots sind eine neue Generation von Robotern, die nicht durch irgendeine Art vonZaun begrenzt sind und da­durch die Einsatzmöglichkeiten von Standard-Industrierobotern und klassischer Automatisierung überschreiten. Ihr Sensorsystem ermöglicht es, schnell zu re­agieren und sofort anzuhalten, wenn sie auf einen Menschen oder auf falsch platzierte Objekte auf ihrem Weg treffen . 18 Gemeinsame Mensch-Roboter-Akti- vitäten umfassen oft die maschinelle Bearbeitung, bei der eine Maschine ein Werkstück herstellt oder zusammenbaut, das von einem Menschen danach wei­ter bearbeitet oder fertiggestellt werden muss. Roboter, die uns in der indus­triellen Fertigung begegnen, haben meist die Gestalt von Roboterarmen oder autonomen Transportplattformen.

Unter einemsozialen Roboter wird oft ein autonomer oder halbautonomer Roboter verstanden, der mit Menschen interagiert und kommuniziert, indem er den Verhaltensnormen folgt, die von den Menschen, mit denen der Roboter interagieren soll, erwartet werden . 19 Daher werden diese Roboter oftmals in humanoider Form gestaltet oder aber auch als Roboter mitsozialer Schnitt­stelle definiert . 20 Wie Cobots haben auch soziale Roboter eine physikalische Instanz. In der ursprünglichen Vision waren sie als intelligente Systeme gedacht, die in der Lage sein sollten, sich gegenseitig zu erkennen und mit Menschen soziale Interaktionen durchzuführen. Dazu sollten sie über eine Art Geschichte verfügen (vergleichbar mit menschlichem Erfahrungswissen) und explizit mitein­ander und mit Menschen kommunizieren und lernen . 21 Diese Begrifflichkeit, die im Zusammenhang mit (sozialen) Robotern oft verwendet wird (kommunizieren,

17 Alberto Montebelli, Erik Billing, Jessica Lindblom u. a.: Reframing HRI education: a dialogic re­formulation of HRI education to promote diverse thinking and scientific progress, in: Journal of Human-Robot Interaction 6, 2 (2017), S. 3-26.

18 Bzhwen A. Kadir, Ole Broberg, Carolina Souza da Conceigäo: Designing human-robot collabo­rations in industry 4.0: explorative case studies, in: DS 92, Proceedings of the 15th International Design Conference, Dubrovnik 2018, S. 601-610.

19 Christoph Bartneck, Jodi Forlizzi: A design-centred framework for social human-robot interaction, in: RO-Man 2004. The 13th IEEE international workshop on robot and human interactive com­munication, Kurashiki, Okayama 2004, S. 591-594.

20 Frank Hegel, Claudia Muhl, Britta Wrede u. a.: Understanding social robots, in: IEEE Computer Society (Hg.): Second International Conferences on Advances in Computer-Human Interactions (ACHI), Cancun 2009, S. 169-174.

21 Fong, Nourbakhsh, Dautenhahn, siehe Anmerkung 8.

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