Aufsatz 
Wenn Menschen und Roboter in Interaktion treten - Beispielhafte Problemstellungen und Anwendungsgebiete eines transdisziplinären Forschungsfeldes / Astrid Weiss
Entstehung
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Menschen und Roboter in Interaktion

Linie eingeführt, und nachdem fünf Arbeiterinnen durchschnittlich 30 Stunden lang mit ihm gearbeitet hatten, wurden sie zu ihren Erfahrungen befragt. 47 Die Untersuchung von Cobots in einer Industrie 4.0 Umgebung ist heraus­fordernd, da ihre tatsächliche Implementierung in die Produktionslinie die Ge­samtproduktivität der Fabrik negativ beeinflussen könnte. Solange wir Cobots jedoch nur in getrennten Bereichen der Fabrik untersuchen, erhalten wir keine Erkenntnisse über die allgemeinen Auswirkungen auf die Arbeit. Die Interview­studie im Rahmen der ersten Ausbaustufe in der Automobilfabrik ergab jedoch nicht nur Einblicke in die Eignung des Interaktionsparadigmas (zu geringe An­passungsfähigkeit der Arbeitsgeschwindigkeit des Roboters), sondern auch in die größeren Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre (Arbeiterinnen, die nicht mehr in dieser Zelle arbeiten wollten, weil ihre sozialen Kontakte zu ihren Kollegjnnen negativ beeinflusst wurden). 48

Im AssistMe Projekt generierten wir also nicht nur Wissen darüber, welches Interaktionsparadigma am effizientesten für den jeweiligen Anwendungsbereich ist, sondern auch über die unmittelbare Auswirkung des Roboters auf den Ar­beitsrhythmus der Mensch-Roboter-Dyade und wie sich diese in weiterer Folge auf die soziale Organisation der Arbeit auswirkte, sobald der Roboter tatsäch­lich über einen längeren Zeitraum in der Produktionslinie eingesetzt wurde. Es ist bekannt, dass sich die Wahrnehmung von Robotern in Fabrikseinstellungen im Laufe der Zeit verändert, und qualitative Methoden können helfen aufzude­cken, wie Roboter die sozio-technische Arbeitsumgebung über einen längeren Zeitraum beeinflussen. 49

Das Hobbit Projekt

Die Grundidee des Projekts Hobbit (2011-2015) 50 war die Entwicklung eines kostengünstigen, sozialen Service-Roboters, der es älteren Menschen ermög­licht, länger selbstständig in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Die Forscher_ innen sahen dafür ein Mutual Care-Konzept als Interaktionsparadigma vor, bei

47 Astrid Weiss, Andreas Huber: User experience of a smart factory robot: Assembly line workers demand adaptive robots, in: Proceedings of the 5th International Symposium on New Frontiers in Human-Robot Interaction, Sheffield 2016.

48 Ebd.

49 Roland Buchner, Daniela Wurhofer, Astrid Weiss u. a.: User experience of industrial robots over time, in: Proceedings of the 7th annual ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction, Boston, MA 2012, S. 115-116.

50 Dieses Projekt wurde finanziert vom siebten Rahmenprogramm der EC (FP7/2007-2013) unter dem TitelHobbit (Projektnummer 288146).

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