Menschen und Roboter in Interaktion
Akzeptanzprozesse zu schaffen. Begleitet von unterschiedlichen Feldmethoden werden mehrfach Haushaltsbesuche durchgeführt. Bevor den Teilnehmerjnnen ein Anki Vector Roboter zur Verfügung gestellt wird und sie über sechs Monate regelmäßig besucht werden, wird die Ausgangslage der Haushaltsroutinen erhoben. Nach diesem halben Jahr wird untersucht, wie sich eine einmonatige Abwesenheit von Anki Vector auf die soziale Dynamik des Haushalts auswirkt, bevor er anschließend wieder für ein Monat integriert wird.
Bisher wurden erst sehr wenige Langzeitstudien über die Nutzung/Interaktion von Endnutzer_innen mit Robotern (vorrangig Staubsauger-Roboter) in ihrem Zuhause durchgeführt. Aus diesem Grund besteht ein Bedarf an Studien außerhalb von Laborumgebungen, die mit diesen neuartigen Gefährtenroboter- Produkten durchgeführt werden. Vergleichbare Studien waren bisher schwer möglich, da derartige Roboter technologisch nicht ausgereift genug waren und daher vorrangig in Laborumgebungen oder in kurzzeitigen Haushaltsstudien getestet wurden.
Bisher wurden die ersten vier Haushaltsbesuche absolviert. Bereits jetzt zeichnet sich der Trend ab, dass Anki Vector schon nach zwei Monaten deutlich weniger verwendet wird als zwei Wochen nach der Einführung. Die ersten Reaktionen auf Anki waren durchwegs positiv. Der Roboter wurde als Kreatur wahrgenommen. Die Entwicklerjnnen haben im Interaktionsdesign viele Schlüsselreize verwendet, um den Roboter lebensecht und „sozial“ wirken zu lassen. Dennoch sind diese Designelemente nicht ausreichend, um aus einem Roboter einen Gefährten zu machen, wenn keine weitere Nützlichkeit erfahren wird.
Zusammenfassung und Ausblick
Wie wird sie also aussehen die Zukunft, der Mensch-Roboter-Beziehung? Es gibt zwei Hauptströmungen in der Forschungslandschaft: Einerseits benutzerfreundliche Roboter zu entwickeln, die Aufgaben für oder gemeinsam mit Menschen erledigen (Cobots) und andererseits die Entwicklung von sogenannten Service- und Gefährtenrobotern.
Die Industrie 4.0 verspricht die Fabrik der Zukunft zu ermöglichen, einschließlich neuer Arten intelligenter Informationssysteme und Automatisierung sowie flexibler kollaborativer Roboter. Das häufig zitierte Narrativ ist, dass dadurch die Produktion in Europa gehalten werden kann. Wie wir von Branchenspezialisten wissen, wird eine Vollautomatisierung, d. h. die Entfernung des Menschen
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