Aufsatz 
Die Zukunft des digitalen Spiels: Trends der Spieleforschung in Mensch-Maschine-Interaktion / Simone Kriglstein
Entstehung
Seite
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Simone Kriglstein

Fazit

Den Möglichkeiten wie Spielerjnnen mit einem Spiel interagieren können, sind fast keine Grenzen gesetzt, und durch den Fortschritt und die Weiterentwick­lung von Technologien werden auch in Zukunft noch weitere neuartige und in­novative Ansätze entwickelt werden. Besonders vielversprechend sind dabei Interaktionsformen, die so natürlich wie möglich eingebettet werden können oder sogar selbst Teil des Spielerlebnisses werden.

Der Einsatz von spielerischen Interaktionen kann die Motivation und das En­gagement, sich mit bestimmten Thematiken auseinanderzusetzen, steigern. Je­doch ist auch zu erwähnen, dass das richtige Design wesentlich ist, ob das Konzept erfolgreich angenommen wird oder nicht. Welche Faktoren dabei wich­tig sind und wie traditionelle Interaktionen mit neuen technologischen Möglich­keiten für unterschiedliche Situationen und Kontexte kombiniert werden können, sind Fragestellungen die auch in Zukunft in der Spieleforschung bedeutend sein werden.

Um solch neue Ansätze zu entwickeln und zu untersuchen, ist die Analyse und das Verstehen des Spielerjnnenverhaltens notwendig, um deren Einfluss auf das Spieleerlebnis festzustellen. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis, wie und ob gespielt wird, wie es ursprünglich gedacht war. Durch diese Analyse können unterschiedliche Spielerjnnentypen und Spielstrategien identifiziert werden. Diese Informationen können wiederum genutzt werden, um Spiele so zu entwickeln, dass sie sich dem Spieler_innenverhalten und den Fähigkeiten der Spielerjnnen dynamisch anpassen. Auch können diese Erkenntnisse in Zukunft verwendet werden, um Spieltests zu simulieren, wie etwa durch von künstlicher Intelligenz gesteuerte Agenten, die menschliches Spielverhalten nachahmen. Abschließend ist noch zu erwähnen, dass die Untersuchung des Spielerleb­nisses auf Grund der Komplexität meist nicht mit einer einzigen Methode voll­ständig durchgeführt werden kann. Um ein tieferes Verständnis zu entwickeln, müssen daher verschiedene Ansätze kombiniert werden . 64 Welche sich dazu ef­fektiv eignen ist eine wesentliche Fragestellung mit der sich die Spieleforschung auch in nächster Zeit noch intensiv beschäftigen wird.

64 Veronica Zammitto, Pejman Mirza-Babaei, Ian Livingston u. a.: Player experience: mixed methods and reporting results, in: Extended Abstracts on Human Factors in Computing Systems, ACM. New York, NY 2014, S. 147-150.

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