Glücksmaschinen und Maschinenglück
Stefan Poser:
Glücksmaschinen und Maschinenglück. Grundlagen einer Technik- und Kulturgeschichte des technisierten Spiels.
Bielefeld: transcript Verlag 2016, 404 Seiten.
Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Spiel hat mittlerweile eine Tradition von mehr als 150 Jahren, und die Analysen dazu können auf eine breite Palette an sozialen und psychologischen Deutungen verweisen. Tatsächlich handelt es sich um einen Forschungsbereich, der sachlich nicht ohne weiteres fassbar ist und mitunter ins Unbestimmte abzugleiten droht. Wenn nun ein stark naturwissenschaftlich orientiertes Handlungsfeld - die Technik - mit dem Spiel konfrontiert wird, droht die Auseinandersetzung damit umso schwieriger zu werden. Hier geht es um vorgeblich utilitaristisch motivierte Anwendungen, dort geht es dem Wesen nach um die Ausnützung der Freiräume, die rationale Ökonomie offen lässt. Insofern ist es also ein anspruchsvolles und allemal interessantes Unterfangen, dem sich der Autor hier verschrieben hat.
Stefan Poser widmet sich in seiner Analyse exemplarisch drei „Spielfeldern“: Für „Spiel, Sport und Technik“ hat er die Fallbeispiele Rudern (Rudern als Sport und die technische Entwicklung der Boote) und Schwimmen (Schwimmsport und Schwimmbadtechnik) ausgewählt. Für „Jahrmärkte und Vergnügungsparks“ dienen ihm sogenannte Thrill Rides (damit meint er schnelle Fahranwendungen, bei denen man sich der Technik aussetzt, die bisweilen Mut erfordern, für deren Beherrschung man aber nichts lernen oder können muss, also Achterbahnen und ähnliches) sowie Selbstfahrgeschäfte (Autoskooter und dergleichen mehr) als Beispiele. Den Bereich „Technisches Spielzeug“ schließlich handelt er anhand von Modellbahnen ab (Modelleisenbahnen zuvorderst, dann aber auch Modellrennautobahnen und Modellbahnspiele). Nach den entsprechenden Begriffen ist das Buch auch in seinen Hauptkapiteln gegliedert. Für alle Bereiche gilt, dass die technischen Entwicklungen auf dem jeweiligen Gebiet seit ihren Anfängen - die jeweils ins 19. Jahrhundert zurück reichen - klar und übersichtlich beschrieben sind. Insofern ist das Buch schon einmal für jene brauchbar, die sich mit der Geschichte der Spezialsportarten, der Spiele und Spielweisen und der entsprechenden materiellen Kultur beschäftigen. Im Kapitel über den Rudersport erhält man beispielsweise einen sehr schönen Einblick in die Entwicklung der Konstruktionsweisen und Materialien eines Sportgeräts (des Ruderboots) und dessen Anwendungstechnik.
Im Kapitel über das technische Spielzeug wird vor allem die Aneignung und Übertragung von technischen Schlüsseltechnologien und Wissen aus der „gro-
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