Aufsatz 
Out of the box : Technikforschung, Museum, Gender und Queer / Sophie Gerber
Entstehung
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Out of the box

schlecht als dynamische Kategorie und die binäre Ordnung von Frau und Mann bzw. heterosexuellem Begehren als ausgrenzend verstehen, sowie der Queer Studies, die sich mit Konzepten jenseits von Normen und Kohärenz beschäf­tigen, notwendig. Welche Anknüpfungspunkte aus verschiedenen Disziplinen bieten hilfreiches Handwerkszeug und nützliche Denkanstöße?

Gender und Queer in der Technikgeschichte

Die technikhistorische Beschäftigung mit Gender beschränkte sich zunächst auf die Rolle von Frauen im Zuge der Rezeption der Frauen- und später der Genderforschung. Stand zunächst die Kritik am Ausschluss von Frauen aus technischen Feldern und an der scheinbar natürlichen Zusammengehörigkeit von Technik und Männlichkeit im Vordergrund, ist es seit den 1990er-Jahren die Ko-Konstruktion von Technik und Gender, erweitert um die Erkenntnis, dass Technik, als kulturelle Äußerung verstanden, Aussagen über Geschlechterver­hältnisse trifft.

In den letzten Jahren haben u. a. Martina Heßler und Elsbeth Bösl einen Über­blick über den Einfluss der Genderforschung und die Genderinformiertheit in der deutschsprachigen Technikgeschichte geliefert. Bösl merkt an, dass, ge­messen an den Beiträgen in der FachpublikationTechnikgeschichte, die gen- derbezogenen Publikationen nach einer Konjunktur in den 2000er-Jahren zu­rückgehen. Sie attestiert zwar Raum fürFrauen-, Männer-, Geschlechter- und Queere-Geschichten 2 , doch sei es schwierig, diesen zu nutzen. Geschlecht wird noch immer selten und marginal behandelt und die Beschäftigung mit Technik(-geschichte) hartnäckig als männliche Kompetenz angesehen. 3 Die technikhistorische Männlichkeitsforschung hat gezeigt, dass die Konstruktion einer starken Männlichkeit im Zusammenhang mit Technik mit einer Abwertung von Weiblichkeit einherging. 4

Die Genderforschung hat den Bedarf der Frage nach Nicht-Binaritäten be­nannt; die Queer Theory bzw. Queer Studies generieren sich aus diesem Ansatz sowie den Gay and Lesbian Studies. Beide Forschungsgebiete haben theore-

2 Elsbeth Bösl:Eine tiefgreifende Kurskorrektur?, in: Technikgeschichte 82 (2015), Heft 4, S. 303-328, hier S. 327. In den letzten zehn Ausgaben derBlätter für Technikgeschichte findet sich in vier Heften je ein Artikel, der bereits im Titel einen eindeutigen Bezug zu Weiblichkeit, Männlichkeit und/oder Gender aufweist.

3 Ebd., S. 327f.

4 Martina Heßler: Das Öffnen der black box. Perspektiven der Genderforschung auf Technikge­schichte, in: Daniela Döring, Hannah Fitsch (Hg.): Gender; Technik; Museum. Strategien für eine geschlechtergerechte Museumspraxis. Berlin 2016, S. 28.

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